Plädoyer für eine Pädagogik des Vertrauens
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Plädoyer für eine Pädagogik des Vertrauens
05. August 2026 | Benedikt Mancini
Mehr Kontrolle löst keine Bildungskrise. Warum gute Schulen auf Beziehungen, Vertrauen und Pädagogik setzen müssen.
VON BENEDIKT MANCINI
Divergierende Impulse durchziehen die Bildungslandschaft: Vergleichsstudien, Standardisierungsbestrebungen, schwer zu kontrollierender Einsatz Künstlicher Intelligenz, zunehmende psychische Belastungen in der Schülerschaft, Führungskräftemangel – solche Phänomene konvergieren im Verlangen nach mehr Kontrolle. Diese Kontrolle jedoch geht zu Lasten der Pädagogik, die wiederum Grundlage einer gelingenden Lernkultur ist.
In einer Runde erfahrener Schulleiter wird die Frage diskutiert: "Was würde ich anders machen, wenn ich nochmals eine neue Stelle übernehmen würde?" Es dominieren Vorschläge wie: mehr Kontrolle, härterer Umgang mit Lehrkräften, die ihre Pflichten vernachlässigen, strengere Maßnahmen gegen verhaltensauffällige Schüler. Kaum jemand sagt: mehr pädagogisches Engagement, mehr Einsatz für die Schulentwicklung.
Das Bedürfnis nach Kontrolle nimmt zu in Krisenzeiten, und solche Zeiten erfahren wir aktuell. Das Gefühl von Kontrollverlust wiederum äußerst sich auch in zunehmend auftretenden Angststörungen. Das "Deutsche Schulbarometer", welches repräsentative Umfragen der Robert Bosch Stiftung auswertet, zeigt seit Jahren einen Anstieg im Bereich psychischer Störungen, häufig in Kombination mit Angsterfahrungen. Therapieangebote........
