Donald Trumps Grönland-Rückzieher in Davos: Drei Gründe waren entscheidend
23. Januar 2026 | Ansgar Graw
In Davos hat der US-Präsident seine Politik zur arktischen Insel in zwei entscheidenden Punkten korrigiert. Dafür gab es innen- wie außenpolitische Gründe
VON ANSGAR GRAW
Donald Trump ist nicht so mächtig, wie er regelmäßig behauptet, Europa nicht so schwach, wie es sich oft selbst wahrnimmt, und der US-Kongress nicht so tot, wie er in den letzten Monaten angesichts eines Mangels an Reaktionen auf diverse Zumutungen des amerikanischen Präsidenten wirkte. Diese drei Momente haben dazu geführt, dass Trump in Davos einen doppelten Rückzieher vollziehen musste: In seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum kassierte er am Mittwoch zunächst seine im Raum stehende Drohung, zur Not mit militärischer Gewalt das Nato-Territorium Grönland zu erobern. Und am Abend ließ er nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wissen, aufgrund eines nunmehr ins Auge gefassten Rahmenabkommens sei eine Übertragung der grönländischen Souveränität an die USA nicht mehr nötig. Auch die Androhung weiterer Zollerhöhungen an Deutschland und andere europäische Staaten, die sich mit Grönland und Dänemark solidarisiert hatten, ist vom Tisch.
Zumindest für einige Stunden. In Europas Hauptstädten gibt man sich nicht der Illusion hin, Trumps Rückkehr zu einem zivilisierten Umgang mit seinen Verbündeten sei in Stein gemeißelt. Jederzeit kann er wieder eskalieren, zumal der verbreitete Befund, dass er in Davos eingeknickt ist, und der vor allem in den USA darüber........
