Was vom Sohn bleibt, ist ein Sarg und ein neuer Fernseher
I n der armenischen Hauptstadt Jerewan, in einem kleinen Zimmer, haben sich Bekannte und Verwandte von Familie Schatinjan versammelt. Die Luft ist stickig und auch die Stille ist kaum zu ertragen. In der Mitte des heruntergekommenen Raumes steht der Esstisch, darauf ein schwarzer glänzender Sarg. Daneben stehen in zwei Reihen Stühle für die Angehörigen, doch nur auf einem Stuhl sitzt jemand. Es ist Lusik Schatinjan, die Mutter des Toten.
Nacheinander betreten Freunde des verstorbenen Jugendlichen den Raum, sie erweisen ihm die letzte Ehre und verschwinden dann schnell. Alles im Raum ist alt, bis auf den Sarg und den Fernseher, der das Einzige war, das Lusiks verstorbener Sohn Aram als Lohn nach Hause geschickt hatte.
Aram, der noch nicht einmal die Schule abgeschlossen hatte, ging vor acht Jahren dank Bekannter nach Russland, um dort zu arbeiten. Er arbeitete auf dem Bau, beim Asphaltieren – bei allem, was man sich vorstellen kann –, bis er nach Armenien abgeschoben........
