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Die Spiele verkaufen Integration – genau das ist das Problem

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18.04.2026

A uf dem Weg zur Arbeit bleibe ich an einem Plakat hängen. Darauf: eine Person, die als migrantisch gelesen werden kann. Daneben die Frage: „Woher kommst du?“ Die Antwort: „Vom Sport“. Die Kampagne wirbt für eine Olympia-Bewerbung Hamburgs. Sie will überzeugen: Sport verbindet, Olympia schafft Gemeinschaft, vielleicht sogar Integration, jedenfalls scheint Herkunft plötzlich zweitrangig.

Das ist mir zu bequem. Hamburg ist schon sehr lange eine diverse Stadtgesellschaft. In vielen Grundschulen haben mehr als die Hälfte der Kinder eine eigene oder familiäre Migrationsgeschichte. Und wir wissen: Die Frage „Wo kommst du her“ kann normaler Gesprächsinhalt sein, aber es gibt auch eine Grenze. Wenn dein Gegenüber lieber noch mal nachfragt: „Nee, wo kommst du wirklich her?“, kann das ausgrenzend sein, verletzend.

Früher hat mich diese Frage nicht gestört. Ich wollte meine Geschichte erzählen, Brücken bauen. „Typisch erste........

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