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Worüber man mittlerweile froh sein muss

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24.04.2026

D iese Woche war ich auf einem Punkkonzert, und es war großartig. Während die Menge „Ganz Berlin hasst die Bundeswehr“ grölte, nippte ich am Seitenrand an meinem Bier und dachte daran, wie befreiend es sein kann, nicht dazuzugehören. Nicht im rebellischen Sinne oder als Pose, sondern als stilles Wissen, dass all das hier zu hundert Prozent nicht die eigene Lebensrealität ist.

Die junge Punkband aus Österreich sang von Dingen, von denen junge Punkbands eben so singen: Faschos, Bierflaschen, die Freiheit, nicht zu wissen, welcher Wochentag ist, das eigene Bett. Für einen Abend gelingt es ganz gut, sich in diese andere Wirklichkeit hineinzudenken. Auch, weil es so unglaublich unterhaltsam ist.

Ich selbst war nie Punk. Dafür war ich zu brav, zu ängstlich und, um ehrlich zu sein, zu sehr eingeschüchtert von der Strenge meiner osteuropäischen Mutter, deren Ausläufer sowjetischer Kindererziehung mir genug Respekt oder Angst........

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