Meine Oma will sterben
A uf einem Bild auf meiner Kommode steht: „Ist Sterben schlimm, Herr Professor?“. Es ist ein Geburtstagsgeschenk meiner engsten Freund*innen zu meinem 18. Geburtstag, ein Insider. Ich, der mit 18 neben der Schule als größtes Hobby in einem kleinen Theater in Bubenheim gespielt hatte und dort für die Hauptrolle Unmengen an Text auswendig lernte, hatte damals auch im Schultheater-Stück mitgespielt.
Aber die Ambitionen, die ich in Bubenheim hatte, waren in der Schule ins Gegenteil verkehrt. Ich wählte die kleinste Rolle von allen, um nicht so viel Text lernen zu müssen. Ich war die alte Dame, und das Einzige, was ich hätte sagen sollen, war: „Ist Sterben schlimm, Herr Professor?“ Ich konnte den Text bei der Premiere natürlich nicht. Meine Freund*innen und ich fanden das lustig, und so schenkten Sie mir diesen Satz, eingerahmt.
Sie war meine zweite Mutter
Heute sitze ich am Bett meiner Oma. Sie ist 98 geworden. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Über 26 Jahre hat mich meine Oma in meinem Leben begleitet – fast wie eine zweite Mutter........
