Kostenlose Quelle für Urteile und Gesetze: OpenJur im Gespräch
Kostenlose Quelle für Urteile und Gesetze: OpenJur im Gespräch
openJur wurde bereits im Jahr 2008 gegründet. Wir sprachen mit einem Mitbetreiber der kostenlosen juristischen Online-Datenbank.
Viele Urteile veröffentlichen die Gerichte nicht
Über 625.000 Urteile frei verfügbar!
openJur hat pro Tag bis zu 200.000 Seitenaufrufe
Der Mehrwert der KI wird maßlos überbewertet
Maschinelle Aufnahme neuer Urteile nicht unproblematisch
Urteil lehnte proaktive Prüfung neuer Inhalte ab
Rufschädigung aufgrund der Namensnennung im Urteil?
Unsere Leser kontaktieren uns nur, wenn etwas nicht funktioniert
Beim Portal openJur findet man alle öffentlich zugänglichen Urteile und Beschlüsse deutscher Gerichte, das geht vom Amtsgericht bis hoch zu den obersten Bundesgerichten. Dazu kommen die Gesetze des Bundes, der Länder und der EU. Besonders nützlich ist die Volltextsuche nach Aktenzeichen, einem Schlagwort oder einer Gesetzesnorm. Der Dienst steht jeder Besucherin und jedem Besucher ohne eine Anmeldung oder irgendwelchen Kosten zur Verfügung.
Viele Urteile veröffentlichen die Gerichte nicht
openJur beinhaltet dabei leider nicht alle deutschen Gerichtsentscheidungen. Viele Urteile veröffentlichen die Gerichte leider gar nicht erst. Die Online-Plattform kann deswegen der Öffentlichkeit nur die Entscheidungen zur Verfügung stellen, die es von den Gerichten erhält oder die man sich legal beschaffen kann, um sie anonymisiert der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Über 625.000 Urteile frei verfügbar!
Das Projekt begann im Jahr 2008 als Verein, heutzutage betreibt openJur die gemeinnützige Gesellschaft namens openJur gGmbH. Nach unserem Interview vor drei Jahren haben wir uns kürzlich erneut beim Juristen Benjamin Bremert gemeldet, um ihm weitere Fragen zu stellen. Fakt ist auch, ein gemeinnütziges Projekt dieser Größenordnung ist zweifellos mit großen rechtlichen und technischen Herausforderungen verbunden. Bei dem enormen Arbeitsaufwand ist die Integration neuer Urteile ohne maschinelle Unterstützung nicht möglich. Doch die Tatsache, dass sich die Texte vorher kein Anwalt anschaut, kann auch zu großen Problemen führen. Wie es zu den Klagen kam, erklärt uns Herr Bremert gleich ausführlich. Das Interview führte Bernd Rohlfs in unserem Auftrag durch.
Übrigens: Das Portal unterhält zwar gleich mehrere Social Media-Kanäle, aktuell ist aber nur der RSS-Feed der Webseite.
tarnkappe.info: Hallo Herr Bremert! Das Projekt „openJur“ ist eine große, freie Rechtsprechungsdatenbank. Alle Inhalte sind frei zugänglich. Über 625.000 Urteile … das ist eine unfassbare Zahl. Haben Sie sich jemals vorstellen können, mal so eine Anzahl zu erreichen?
Benjamin Bremert: Nein, das war nicht absehbar und ein sehr langer Weg in vielen kleinen Schritten. Ich bin aber optimistisch, dass wir dieses Jahr zum 19. Geburtstag die 700.000 Entscheidungen knacken werden.
openJur hat pro Tag bis zu 200.000 Seitenaufrufe
tarnkappe.info: Nur die Gerichtsentscheidungen wurden nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen mal abgerufen. Wie viele Seitenaufrufe haben Sie denn täglich?
Benjamin Bremert: Da wir keine echten Zugriffsstatistiken haben, lässt sich das nicht genau sagen. Aktuell dürften es 100.000 bis 200.000 Zugriffe pro Tag sein.
tarnkappe.info: Gibt es eine Abschätzung darüber, wie viele Entscheidungen in der Geschichte der Bundesrepublik gemacht wurden?
Benjamin Bremert: Für die jüngere Zeit kann man das auf Grundlage der Justizstatistiken und insbesondere der Erledigungszahlen des........
