Instagram-Abmahnungen bis zu 22.500 Euro aufgetaucht
Instagram-Abmahnungen bis zu 22.500 Euro aufgetaucht
Ein Berliner Jurist berichtet von extrem teuren Instagram-Abmahnungen für die versehentlich illegale Nutzung von Musik für das eigene Video.
Rechtsanwalt Norman Buse beobachtet in seiner Kanzlei extrem hochpreisige Abmahnungen. Dazu kam es, weil Gewerbetreibende aus Versehen bei Instagram, Tiktok oder Facebook nicht lizensierte Musik in ihren Reels (Videos) genutzt haben. Bei privaten Nutzern sind natürlich auch Abmahnungen möglich, diese sind aber deutlich günstiger.
Betroffen von derart hohen Abmahnungen sind Unternehmer, Content Creator oder Freiberufler. Sie gingen fälschlicherweise davon aus, dass die Standard-Musikbibliotheken der Social Media-Anbieter eine rechtssichere Nutzung für kommerzielle Zwecke garantieren. Egal ob Instagram oder wer auch immer: das ist in der Regel nur bei privaten Nutzern der Fall, die nicht gewerblich tätig sind.
Dabei sind in letzter Zeit laut Buse Abmahnungen mit bis zu 22.500 € aufgetaucht. In einem anderen Einzelfall verlangte die Plattenfirma bis zu 7.200 Euro Schadenersatz. Bei einer umfangreicherer Nutzung summierte sich die Höhe der Abmahnung bis zu 18.000 Euro. Das kann ein Freiberufler im Regelfall nicht stemmen und dürfte das Ende seiner Tätigkeit bedeuten.
Was kann man tun, um Instagram-Abmahnungen zu vermeiden?
Entweder bei Instagram nur Musik der „Commercial Music Library“ nutzen, die Meta legal auch für eine gewerbliche Nutzung der Reels anbietet. Dafür ist kein extra Vertrag mit der GEMA nötig. Wer ein bestimmtes Lied unbedingt als Hintergrund nutzen will, muss dafür eine einzelne Lizenz beim Plattenlabel bzw. Musikverlag kaufen. Doch das gilt gemeinhin als teuer und zeitlich aufwändig.
Auch möglich wäre die Nutzung von nicht kommerzieller Musik. Diese hat man entweder gemeinfrei oder unter Anwendung einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Dafür gibt es sowohl kostenpflichtige Anbieter, die ein monatliches Abo verkaufen wollen, als auch kostenlose Portale, von wo man Musik legal herunterladen kann. Legale Musikstücke für dein nächstes Reel bei Instagram & Co. findest Du beispielsweise bei Pixabay, die eigentlich primär für das Angebot von gemeinfreien Fotos bekannt sind.
Was muss man beachten?
Wie dem auch sei. Auf jeden Fall muss man zur Vermeidung möglicher Abmahnungen prüfen, ob die Lizenzbedingungen auch eine Nutzung bei den sozialen Netzwerken abdecken. Wichtig ist auch die Frage, ob die Lizenz nur in Deutschland, EU-weit oder sogar weltweit gilt. Das gilt natürlich auch für alle Werke, die eine Creative Commons Lizenz besitzen.
Die Klärung der Details kann durchaus nervig sein. Doch das ist letztlich die deutlich bessere Alternative, als eine derart teure Abmahnung wegen einem einzigen Video bei Facebook, Instagram oder TikTok zu riskieren!
Wer hingegen bereits eine Abmahnung erhalten hat, sollte sich zeitnah an einen Fachanwalt für Medienrecht wenden. Trotz der Kosten dieses Anwalts dürfte das Verfahren insgesamt trotzdem günstiger ausfallen, als wenn man einfach den geforderten Geldbetrag ungekürzt überweist.
Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.
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