Pfingsten: Eine Kraft, die bewegt
Die meisten Menschen werden auf die Frage, wie sie sich den Heiligen Geist vorstellen, mit dem Bild der Taube antworten. In vielen Kirchen und Gemälden wird der Heilige Geist so dargestellt. Der Ursprung dieser Vorstellung liegt in den vier Evangelien, in der Erzählung von Jesu Taufe am Jordan: Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er „den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen“, beschreibt etwa Matthäus die Szene. Die Taube wurde so zum prägenden Symbol des Geistes.
Der Vogel galt in der Antike als besonders rein und arglos und wurde gern als Opfertier im Tempel genommen. Im Gegensatz zu Adler, Löwe oder Stier, die in der Bibel für Kraft und Herrschaft stehen, ist die Taube wehrlos und zart. Ist der Heilige Geist also schwach – oder die Taube doch das falsche Symbol? Nein, denn der Heilige Geist will nicht durch Stärke oder Macht überzeugen. Er wirbt, er berührt, er zwingt niemanden zum Glauben. Die Taube zeigt, mit welcher Sanftheit Gott wirkt.
Die Lesung aus der Apostelgeschichte an diesem Sonntag beschreibt, was die Jünger am Pfingsttag erleben: Sie alle waren zusammen, als Zungen wie von Feuer erschienen und sich auf jeden von ihnen eine........
