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Der „kleine Vatikan“ in Charlottenburg

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22.10.2026

„Das ist eine sehr katholische Einrichtung“, sagt Jörg Busenbender, und lacht. Als er vor anderthalb Jahren als Seelsorger im Caritas-Zentrum Kardinal Bengsch in Berlin-Charlottenburg begann, wurde er oft gefragt, ob er denn auch katholisch sei. Das Zentrum galt als „kleiner Vatikan“, viele Priester lebten in der Vergangenheit hier und waren zugleich als Seelsorger tätig. „Und dann kam ich: gemischtkonfessionell verheiratet, vier Kinder, sieben Enkel.“

Seine Frau leitet als evangelisch-reformierte Theologin die deutschsprachige Region des christlichen Hilfswerkes „Samaritan’s Purse“, in dem ihr Mann zum Notfallseelsorger und zum psychologischen Ersthelfer ausgebildet wurde. Da er zudem seit 20 Jahren ehrenamtlich als Sterbebegleiter im Diakonie-Hospiz Wannsee arbeitet, könnte man auch den Weg, der ihn zur Caritas geführt hat, „gemischtkonfessionell“ nennen. „Ich selbst bin kein Freund solcher Zuschreibungen, aber mit den Worten meiner Frau könnte man mich wohl als ‚reformierten Katholiken‘ bezeichnen“, sagt der Hausseelsorger mit einem Augenzwinkern und fährt fort: „Dass ich kein Priester bin, kann bei jemandem, der gar keinen Bezug zum Glauben hat, auch ein Türöffner sein.“

Die wenigsten der rund 300 Bewohner sowie der gut 150 Mitarbeiter sind christlich. „Wir sind hier alle gemeinsam auf dem Weg. Manche von uns gehen mit Gott und haben ein klares Ziel vor Augen; andere nicht.“ Bedarf für Seelsorge gebe es mitunter besonders bei Menschen, denen Gott und somit auch jedwede Hoffnung fehle. Deshalb sehe er sein Angebot als Ergänzung, statt als Konkurrenz zur Präsenz der im Zentrum lebenden Pfarrer. Mit ihnen arbeite er regelmäßig zusammen und profitiere von deren Erfahrung. So tauscht er sich auch gerne mit dem im Haus wohnenden Prälaten Roland Steinke aus. „Als ehemaliger Generalvikar und Caritasdirektor verfügt er über einen immensen Erfahrungsschatz, an dem er mich in seiner unprätentiösen Art teilhaben lässt.“

„Für mich war es ein Wunder“

Irmgard Klotsch schmunzelt. „Hier leben aber nicht nur prominente Katholiken; ich bin eine einfache Hausfrau.“ Mehr als 60 Jahre war sie verheiratet, „und immer mit demselben Mann“. Sie wohnt im Kardinal-Bengsch-Haus, einem der zwei Pflegeheime des Seniorenzentrums. „Ich kam aus dem Krankenhaus, war pflegebedürftig und hier war ein Zimmer frei. Für mich war es ein Wunder.“ Gefragt nach dem „Wohlfühlfaktor“ zuckt sie mit den Schultern: „Wenn es einem gut geht, fühlt man sich gut........

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