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Hinter Gittern – Wie ein russischer Künstler im Gefängnis malte

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19.03.2026

Als Häftling machte er Fetzen von Laken zu seinen Leinwänden und grundierte sie mit Zahnpasta. Darauf malte er mit einer Mischung aus Asche und Wasser. Für etwas Farbe schnitt er sich mit Einwegklingen in den Finger. Mit seinem Blut malte er die Gitterstäbe.

Pawel Krisewitsch (25) war 2022 in Russland zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zuvor hatte er bereits anderthalb Jahre in Untersuchungshaft gesessen. Sein Vergehen: Kunst. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war Krisewitsch 20 Jahre alt. Ein Jahr zuvor hatte er begonnen, mit Performancekunst auf rechtliche Willkür aufmerksam zu machen. Er wollte Aufmerksamkeit schaffen für politische Gefangene, indem er sich zum Beispiel mit Handschellen an den Zaun eines Gerichts kettete.

„Ich habe solche Aktionen durchgeführt, weil mir schon 2020 klar war, dass es keinen Sinn mehr macht, mit einfachen Parolen zu demonstrieren, weil es für alle Formen des Protests die gleiche Strafe gibt. Ich dachte, dass meine Aktionen auffällig und provokant sein dürfen, wenn ich dafür einen Tag ins Gefängnis muss, genauso wie jemand, der einfach nur ein Schild hochhält“, erklärt er. Damit die Öffentlichkeit verstand, dass es sich bei seinen Aktionen um eine Form des politischen Protests handelte, schrieb er Pressemitteilungen und ordnete seine Kunst ein.

Kreuzigung vor dem........

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