Pfarrer Hauskeller: Verfolgt von der eigenen Kirche
Gut 57 Jahre war das Leben von Pfarrer Jürgen Hauskeller überschattet von Bespitzelung, Verrat, Verleumdung und übler Nachrede – ähnlich, wie es in der Klage des Propheten Jeremia heißt: „Grauen ringsherum.“ Zum Teil ging das Unrecht sogar von der eigenen Kirche aus, von Glaubensbrüdern und -schwestern. Bis er daran „fast zugrunde gegangen wäre“, sagt Hauskeller. „Das war auch nach der Wende viele Jahre eine offene Wunde. Ich habe einfach keine Ruhe gefunden.“ Bis 2025 die Erlösung folgte: Bei einem Bußgottesdienst bat ihn die evangelische Kirche um Vergebung für das Unrecht, das sie ihm jahrzehntelang zugefügt hatte. „Das war, als ob sich Himmel und Erde berührt hätten“, sagt Hauskeller.
Geboren 1937 in Meuselwitz, wurde Hauskeller 1968 Jugendpfarrer in Zella-Mehlis, 1975 dann in Sondershausen. Mit seinen Gottesdiensten, in die er früh eine Band, neue geistliche Lieder und aktuelle Gesellschaftsthemen einband, hatte er Erfolg. „Fast automatisch“, sagt er, sei er ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit geraten. „In der DDR hatte der Staat das Monopol für die Jugendarbeit. Kirche war da nicht vorgesehen.“
„Kein Einziger hat gesagt:Es tut mir leid“
„Kein Einziger hat gesagt:Es tut mir leid“
Von 1968 bis 1989 wurde er von der Stasi beobachtet. Ziel war Zersetzung. Rund 1000 Seiten Berichte wurden über ihn gefertigt. Beteiligt waren, so belegen es die Akten, rund 100 Menschen.........
