„Hervorragendes Jahr für die Zukunft“ trotz Verlusten: ZF-Chef räumt mit Erbe seiner Vorgänger auf
Mit einer neuen Strategie will der seit Herbst vergangenen Jahres amtierende ZF-Chef Mathias Miedreich den schlingernden Zulieferriesen wieder auf Kurs bringen. Dabei setzt er auf Abgrenzung zu gleich mehreren seiner Vorgänger. Man verlasse sich bei ZF nun nicht mehr auf ein „prognostiziertes Markt- oder Umsatzwachstum“, sondern nur noch auf die eigene Stärke, sagte Miedreich am Donnerstag bei der Vorlage der Konzernzahlen für das Jahr 2025, die tiefrot ausfielen. Performance (Leistung) und Profitabilität gingen ab jetzt „vor Umsatz und Größe“. Man wolle „nicht mehr alles machen“, sondern es gehe vielmehr um eine Rückkehr zum Kerngeschäft.
Damit beendet der 50-jährige Manager die fast ein Jahrzehnt andauernde Transformation des einstigen Getriebebauers zu einem Systemanbieter für nahezu alle Technologien im Zulieferergeschäft. Angestoßen hatte sie 2015 Ex-ZF-Chef Stefan Sommer durch den Kauf des US-Konkurrenten TRW für mehr als 12 Milliarden US-Dollar (damals knapp 10 Milliarden Euro). Fünf Jahre später investierte dessen Nachfolger Wolf-Henning Scheider noch einmal knapp sieben Milliarden Dollar für die Übernahme des Nutzfahrzeugspezialisten Wabco - zu einem Zeitpunkt, als die Automobilkonjunktur ihren Zenit schon überschritten hatte. Gleichzeitig gab Scheider viel Geld für Supercomputer, Partnerschaften mit US-Techkonzernen sowie autonom fahrende Shuttlebusse aus.
Erkauft wurde der Wachstumsplan mit sinkender Profitabilität und stark wachsenden Schulden. Weil parallel die globalen Automärkte und damit die ZF-Gewinne einbrachen, kam der geplante Schuldenabbau ins Stocken. 2020 fuhr das Unternehmen erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen ein. Ein Vorgang, der sich 2024 und........
