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Der Tourismus boomt, das Dorfgasthaus stirbt: Wie kann das sein?

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29.08.2026

Die Wünsche von Reinhold Möhrle sind bescheiden. Kaffee und Kuchen wäre schön. Ein Eis auch. Und wenn es dazu noch ein paar kleine Gerichte gäbe, wäre der Bürgermeister von Wörnersberg schon ganz zufrieden. Wenn es einfach einen Platz in seinem Flecken gäbe, wo die Menschen noch zusammensitzen können.

Aber seit Jahren gibt es in der selbstständigen Gemeinde im Nordschwarzwald, mit 210 Einwohnern die kleinste im Landkreis Freudenstadt, trotz touristisch attraktiver Lage kein gastronomisches Angebot mehr. Früher gab es noch das Ausflugslokal „Zinsbachstube“, auch eine kleine Wirtschaft, in der es ein Feierabendbier und dazu ein Vesper mit Büchsenwurst gab. Längst vorbei. Wer essen gehen oder einen Sonntagsausflug in ein Lokal machen möchte, ist in Wörnersberg – wie auch zum Einkaufen – auf das Auto angewiesen und muss einige Kilometer durch den Schwarzwald fahren. Öffentlichen Nahverkehr gibt es an Wochenende nicht, nur ein Anruf-Sammeltaxi mit begrenzter Kapazität und nach Voranmeldung.

Wörnersberg ist in Baden-Württemberg kein Einzelfall. 138 von den 1101 baden-württembergischen Städten und Gemeinden gelten nach einer Auflistung des Branchenverbands Dehoga als „gastronomisch unterversorgt“. Das ist nach Dehoga-Rechnung der Fall, wenn weniger als ein vollwertiger Gastronomie-Betrieb auf 1000........

© Südkurier