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Das Feldkreuz auf Abwegen – warum es dreimal den Standort wechseln musste

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08.04.2026

Feld- oder Wegkreuze haben oft ihre Geschichte. Gläubige Menschen stellten solche Kreuze früher zum Beispiel auf, um Gott für etwas zu danken oder auch im Gedenken an einen lieben Menschen, der verstorben war. Eine ganz spezielle, im wahrsten Sinne bewegte Geschichte hat das Feld- oder Wegkreuz am Waldrand oberhalb der Kreisstraße zwischen Allensbach und Kaltbrunn, auf Höhe des Gewerbegebiets.

„Der jetzige Standplatz des Feldkreuzes ist bereits der vierte“, weiß Ludwig Egenhofer, der als Ortsführer für seine Feldkreuze-Tour dessen Geschichte recherchiert hat. Innerhalb von rund 200 Meter Luftlinie sei das Kreuz in den vergangenen 150 Jahren mehrfach versetzt worden.

„Das Feldkreuz stand nachweislich im Jahr 1876 am Eingang zur früheren Säge Meister“, so Egenhofer, wo heute die obere Mühle Hierling ist. Damals hätten viele Familien mit großem Anwesen ein solches Kreuz gehabt. Doch: „Da das Wegkreuz ungünstig stand und gelegentlich von einbiegenden Langholzwagen beschädigt wurde, wurde es an die damalige alte Landstraße zwischen Allensbach und Kaltbrunn versetzt.“

Kreuz stand verwittert und eingewachsen im Garten

Und zwar etwa in dem Bereich, wo aktuell die Behelfsbrücke über die B33-Baustelle führt. „Dies war vermutlich im Jahr 1891, als das Kreuz erstmals erneuert wurde“, sagt Egenhofer. Doch als die B33 als Umgehungsstraße bei Allensbach 1960/61 gebaut wurde, musste das Kreuz erneut weichen.

Es wurde dann wieder beim Anwesen der Mühle Hierling, aber auf der anderen Straßenseite, neu aufgestellt. Doch dieses Grundstück sei später verkauft worden und die neuen Eigentümer hätten mit dem Feldkreuz nichts anfangen können. „Es stand verwittert und eingewachsen im Garten“, so der Ortsführer.

Im Zuge der Feldkreuzsanierungen durch die Gemeinde Allensbach sei das Kreuz im Jahr 2003 deshalb wieder abgebaut worden. Die Gemeinde habe es eingelagert, um es zu restaurieren und dann an einem neuen geeigneten Standort wieder aufzubauen. Doch die Standortsuche sei schwierig gewesen.

Nach dem dritten Umzug segnet der Pfarrer das Feldkreuz

Als im Jahr 2010 der jetzige Standort gefunden war, wurde das Kreuz durch Steinmetz Wolfgang Strobel restauriert. Finanziert wurde dies von der Gemeinde und durch Spenden, unter anderem vom Steinmetz. Im November 2011 wurde es dann am jetzigen Standort, den zuvor noch der Förster und seine Waldarbeiter von Gehölz freiräumen mussten, aufgestellt und vom katholischen Pfarrer gesegnet.

„Es ist eins der schönsten Feldkreuze und der Standort ist toll“, meint Ludwig Egenhofer. „Das vergoldete Korpus strahlt in der Mittags- und Abendsonne besonders hell.“

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