Vom Rausch zum Ruin? Wie die AGJ-Suchtberatung in Konstanz und Stockach das Schlimmste verhindert
Vom heimlichen Bier mit Freunden bis zum fast gescheiterten Alkoholiker: Geschichten wie die von Herrn S. haben die Experten der AGJ-Suchtberatungsstelle schon oft gehört. Der 37-Jährige soll hier nur exemplarisch stehen – und möchte anonym bleiben, da er besorgt ist, die Sucht könnte seine Zukunftschancen verbauen. Der Vater von zwei Söhnen ist Elektriker und suchte Ende 2024 auf Anraten seiner Frau eine Beratungsstelle auf, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Der Mann, der in der Kindheit unter dem dauernden Suff seiner Mutter litt und ihm schließlich selbst verfiel, wollte seine Familie retten.
Den Irrweg vom Genuss, über die Gewöhnung und den Substanzmissbrauch bis zur Abhängigkeit hatte er da schon komplett durchlaufen. Mit 14 trank S. zum ersten Mal Bier, erntete Anerkennung und fühlte sich weniger schüchtern gegenüber Mädchen. Mit 17 begann er eine Ausbildung und spielte im Fußballverein. Nach Arbeit oder Training traf er sich häufig mit Freunden und trank. Am Wochenende kamen Partys dazu.
Mit 30 Jahren heiratete er und wurde Vater. Auch beruflich war er aktiv, half anderen mit seinem handwerklichen Geschick und übernahm die Rolle des Fußballtrainers. Doch die abendliche Entspannung angesichts all der Aufgaben fiel ihm immer schwerer. Die scheinbare Lösung? Alkohol. Irgendwann begann er, sich in den Keller zurückzuziehen, um zu trinken und die Flaschen zu verstecken. Auf Vorhaltungen redete er den Konsum klein, war jetzt aber auch öfter krankgeschrieben.
Erst als Frau und Kinder weg waren, handelte der Suchtkranke
Als seine Frau mit den Kindern auszog, zog er die Reißleine und suchte Hilfe........
