47 Prozent weniger Zucker: Was Großbritannien mit der Zuckersteuer verändert hat
Als George Osborne im März 2016 vor das britische Parlament tritt, setzt er ein Zeichen. Der damalige Finanzminister und Schatzkanzler der konservativen Regierung unter David Cameron kündigt mitten in einem von Sparzwängen geprägten Haushaltsplan eine Steuer auf zuckerhaltige Softdrinks an. „Ich will nicht zurückblicken und sagen müssen, wir hätten das Problem gekannt und nichts getan“, erklärt er. Im Hinterkopf hat er die steigenden Zahlen von Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten, insbesondere bei Kindern.
Dass Großbritannien das erste Land in Europa war, das diese Maßnahme in Angriff genommen hat, war alles andere als Zufall. Die Insel zählte schon damals zu den am stärksten von Übergewicht betroffenen Ländern Europas. Das ohnehin überlastete britische Gesundheitssystem wurde zusätzlich strapaziert. Inzwischen wird auch in Deutschland über eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke diskutiert - so soll das Gesundheitssystem hierzulande entlastet werden.
Getränke sind einfacher zu definieren
Die britische Zucker-Abgabe war das Ergebnis jahrelanger Forderungen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. „Wir haben uns seit etwa 2014 für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingesetzt“, sagt Peter Scarborough, Ernährungswissenschaftler an der Universität Oxford, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir erhielten Hinweise darauf, dass die Steuer auf Softdrinks in Mexiko wirksam war und den Konsum zuckerhaltiger Getränke reduziert hat.“ Für Forscher, Gesundheitsexperten und Abgeordnete im britischen Parlament war das ein........
