Die neue Bescheidenheit steht den Deutschen gut
Als man früher, also viel früher, als es noch Lire und die D-Mark gab, auf der Autostrada über den Brenner fuhr, musste man unbedingt das Fenster runterkurbeln. Weil: Es roch plötzlich anders, ein bisschen schon nach Mittelmeer und Salzwasser. Vielleicht hat man sich das alles eingebildet, kann schon sein, vielleicht verklärt man das heute auch, dieses Italien-Gefühl. Was man aber noch gut weiß und bei vielen Teutonen so war, die sich an den langen Adria-Stränden grillen ließen wie ein scharf angebratenes Bistecca alla Fiorentina: Ein bisschen roch es auch nach Abenteuer. Aus dem funktionierenden Deutschland ins, mamma mia, chaotische Italien. Lang ist‘s her.
Die Deutschen fuhren damals mit einiger Arroganz und Selbstherrlichkeit in die Welt hinaus. Nach Italien, freilich, weil man da trotzdem am liebsten hinfuhr, aber auch nach Spanien, zu den Griechen, den Türken, Jugoslawen. Und geschimpft wurde trotz Sonne, Strand und Meer überall, weil‘s halt einfach in Rimini nicht so akkurat zuging wie in........
