Konstanzer feiert seinen 100. Geburtstag: „Ich habe von Anfang bis heute meine Heimatstadt geliebt“
Ein Weltkrieg, die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland und Treffen mit Regierungs- und Staatschefs: Wolfram Dufner hat all das erlebt. Er war Botschafter in verschiedenen Ländern, zuletzt in der Schweiz, die er ebenso wie Konstanz als Heimat betrachtet. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER blickt er zurück auf Erlebnisse aus 100 Jahren.
Geboren wurde Dufner am 7. August 1926 in der Altstadt. „Konradigasse, drittletztes Haus vor dem Rhein“, sagt er. Bald zog die Familie innerhalb der Stadt um, der Döbeleplatz war sein Spielplatz, erinnert er sich. Autos waren dort damals noch nicht zu sehen, es war eine Wiese. Zu seinen frühesten Erinnerungen gehören alltägliche Momente: ein Bäcker, geschenkte Bonbons, wenn er Zucker für seine Mutter einkaufte.
Flucht in die Schweiz: „Jetzt bist du in der Freiheit“
Auch dunkle Kapitel der Geschichte hat Dufner miterlebt. Im Januar 1933 sah er nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten einen Fackelzug auf der Marktstätte. „Verstanden habe ich davon nichts“, sagt Dufner. An die unheimliche Stimmung auf dem erleuchteten Platz erinnert er sich noch. Später wurde sein Vater, ein Finanzbeamter, versetzt, die Familie verließ Konstanz für einige Jahre. Im Juni 1944 wurde er in die Wehrmacht eingezogen, gemeinsam mit allen anderen Schülern seiner Klasse.
In der Nacht zum 24. April 1945 machte Dufner sich vom Schwarzwald aus auf den Weg in die Schweiz. Das Vorhaben war gefährlich: Bewaffnete Männer der Waffen-SS-Schule Radolfzell lauerten auf Flüchtlinge, die auf dem Weg in die Schweiz waren. Dufner erinnert sich an das Gefühl, als er im........
