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Wie eine Edelstahlskulptur in Ruhestetten die Opfer des Bauernkriegs sichtbar macht

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09.04.2026

Seit drei Jahrzehnten lebt und arbeitet Bildhauer Cornelius Hackenbracht in Ruhestetten, und im großen Garten, in dem zahlreiche Objekte und Kunstwerke zu bestaunen sind, ist seit einer Woche ein neues Werk des vielseitigen Künstlers zu sehen - eine Skulptur, die an die Bauernbewegung vor 500 Jahren und deren Opfer erinnert. Aus einer 20 Zentimeter starken Edelstahlplatte hat Hackenbracht mit einem 6500-bar-starken Wasserstrahl einzelne Muster geformt, die aber miteinander verbunden sind.

Skulptur auf einem riesigen Stein

Das Objekt hat er auf einen riesigen Stein geschraubt, dazu eine kleinere Platte, die ebenfalls mit dem Grundmuster eine Art „Vorbewegung“ der Bauernaufstände darstellt. „Der Einzelne und der Wandel“, lautete die Konzeption, die Hackenbracht bei der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur vorstellte, die anlässlich des 500-jährigen Bauernkriegsjubiläums solche Kunstprojekte finanziell förderte. Unterstützt wurde der Bildhauer von Bürgermeister Joachim Grüner und letztlich gab es einen Zuschuss von 3500 Euro, wobei die Materialkosten 3800 Euro betrugen. Der Künstler erhielt für seine Arbeit kein Honorar, was auch eine Förderbedingung war.

Keine Grabsteine gefunden

Ursprünglich wollte Cornelius Hackenbracht seine Idee „Der Einzelne und der Wandel“ mit Grabsteinen umsetzen. Geplant war, 36 ausgediente Grabsteine bis auf sechs Meter aufzustapeln, verbunden durch ein Band. Das Problem: Der Bildhauer aus Ruhestetten wurde bei seiner Suche nach Grabsteinen in der Region nicht fündig. „Auf der Alb gibt es Sammelstellen für Steine“, erzählte Rathauschef Grüner. Denn auf der Alb gehört das Ablesen von Steinen seit Jahrhunderten zum Bauernalltag. Die SÜDKURIER-Frage, ob die Bauernkriegsskulptur dauerhaft in Ruhestetten verbleibt, bejahte Hackenbracht. Auch die Standortgarantie war eine Förderbedingung der Gesellschaft Oberschwaben. Die Kunstwerke im Garten können Wanderer oder Besucher selbst in Augenschein nehmen, außerhalb des Zauns versteht sich, oder meldet sich für eine Führung beim Künstler an.

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