70. Jubiläum im Schatten der Politik: Der ESC zwischen Party und Boykott
Boykotte statt Geburtstagsparty: Der Eurovision Song Contest (ESC) würde am liebsten unaufgeregt seinen runden Geburtstag in Wien feiern. Der europaweite Gesangswettbewerb geht in seine 70. Ausgabe, doch in den Schlagzeilen dominiert gerade das Politische. Spanien, Irland, Slowenien, die Niederlande und Island boykottieren den diesjährigen Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels. Nimmt der Wettbewerb, der eigentlich Menschen aus unterschiedlichen Ländern friedlich für eine große Party zusammenbringen will, dadurch irreparablen Schaden?
Nein, ist alles nicht so schlimm – oder besser – es ist alles so wie all die Jahre zuvor, findet der Historiker Dean Vuletic aus Luxemburg. Er hat als Wissenschaftler das Buch „Postwar Europe and the Eurovision Song Contest“ geschrieben und verfolgt Jahr für Jahr den Wettbewerb. Er sagt: „Der Eurovision Song Contest hat immer schon die Politik der jeweiligen Zeit gespiegelt.“ Das würde auch den Reiz dieses Wettbewerbs ausmachen, weshalb ihn so viele Menschen gerne schauen. Das heißt, der Boykott der fünf Länder in diesem Jahr trifft den Wettbewerb zwar, aber nicht ins Mark. Es gab zuvor auch schon politische Krisen, die sich im Wettbewerb gespiegelt haben........
