Papst kommt zum „Kai der Schande“
Fischerboote, Mole, Meer: Wer nicht weiß, was hier geschah, könnte den kleinen Atlantikhafen von Arguineguín im Süden Gran Canarias für einen gewöhnlichen Küstenort halten. Doch dieser Ort hat auf den Kanaren einen anderen Namen: „Muelle de la vergüenza“ – Kai der Schande.
Hier harrten auf dem Höhepunkt der kanarischen Migrationskrise im Jahr 2020 tausende Menschen unter elenden Bedingungen aus. Sie kamen erschöpft in Holzbooten aus Westafrika an. Sie schliefen auf Beton, zwischen Absperrgittern, in provisorischen Lagern, die nie für solche Menschenmengen gedacht waren. Arguineguín wurde zum Symbol einer europäischen Überforderung.
Papst Leo XIV. wird zum Gedenken an die Toten einen Blumenkranz ins Meer legen
Genau diesen Ort sucht Papst Leo XIV. an diesem Donnerstag zum Abschluss seiner einwöchigen Spanienreise auf. Es ist die Etappe mit der wohl stärksten politischen Symbolik: eine Reise, die in Madrid mit Warnungen vor Populismus, Hassreden und Mauern begann, in Barcelona an der berühmten Gaudí-Basilika Sagrada Família einen symbolträchtigen Höhepunkt hat – und an Europas südwestlicher Grenze endet. In Arguineguín will Leo mit Migranten sprechen, die die Atlantikroute überlebt haben. Und er wird zum Gedenken an die Toten einen........
