Regionalplan Hochrhein-Bodensee wird fortgeschrieben – doch es gibt Zweifel an den Entwicklungsmöglichkeiten
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde die Fortschreibung des Regionalplans Hochrhein-Bodensee durch Jean Michel Damm, den stellvertretenden Verbandsdirektor, vorgestellt. Damm sprach von einem Planungshorizont von 15 Jahren.
Lottstetten hat sich in eine andere Richtung entwickelt
Der derzeit gültige Regionalplan stammt noch aus den 1990er-Jahren und hat mit der tatsächlichen Entwicklung der Gemeinde Lottstetten nur noch wenig zu tun. Während Lottstetten vor dreißig Jahren noch weitgehend ländlich geprägt war, hat sich die grundsätzliche Ausrichtung inzwischen komplett verändert. Mit neuen Gewerbegebieten und einem florierenden Einzelhandel wurden neue Tatsachen geschaffen, die die übergeordnete Planung berücksichtigen muss.
Der räumliche Geltungsbereich des Regionalplans umfasst die Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz. Die Region Hochrhein-Bodensee erstreckt sich über eine Fläche von 2756 Quadratkilometern und umfasst 92 Städte und Gemeinden mit zusammen rund 690.000 Einwohnern und 242.000 Erwerbstätigen.
Damm erklärte, dass der Regionalplan die zweite Stufe unterhalb des Landesentwicklungsplans sei und den Rahmen für den Flächennutzungsplan vorgebe, was letztlich auf kommunaler Ebene in die Bebauungspläne münde. Für Lottstetten und den Jestetter Zipfel ergeben sich zum aktuellen Plan bedeutende Änderungen, denn die seit römischer Zeit bestehende Verbindung Schaffhausen-Jestetten-Lottstetten-Zürich wurde als Landesentwicklungsachse kategorisiert.
Sorge um fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
Das bedeute, dass die einzelnen Kommunen in enger funktionaler Beziehung zueinander stehen. Für die Freiraumentwicklung, also Wald, Feld und Flur betreffend, wurde ein Grünzug eingerichtet, um eine unkontrollierte Siedlungsausbreitung zu verhindern. Hierzu gab es Kritik von Mathias Dufner (CDU). „Ich sehe keine Entwicklungsmöglichkeiten für Lottstetten, wenn das so umgesetzt wird“, bemängelte Dufner.
Auch Bürgermeister Andreas Morasch zeigte sich nicht ganz überzeugt: „Man muss Lottstetten größer denken, als das bisher der Fall war.“ Morasch denke dabei an die positive Entwicklung der vergangenen Jahre, die nicht abgewürgt werden dürfe. So stehen weitere Wohn- und Gewerbegebiete auf der mittel- bis langfristigen Agenda der Gemeinde.
Auch Sandra Wipf (Freie Wähler) zeigte sich angesichts der großzügigen Ausweisung der Grünzüge irritiert. Diese umfassen im Grunde, bis auf kleine Gebiete am Ortsrand, die gesamte Gemarkung. Es stellte sich plötzlich die Frage, wie und wohin sich die Gemeinde ausdehnen könnte. Allerdings, so betonte Damm, seien anhand des Plans mit einem Maßstab von eins zu 50.000 keine detaillierten Aussagen möglich. Bei konkreten Vorhaben gebe es sicherlich Spielraum, der genutzt werden könne.
Verwaltung soll eine Stellungnahme erarbeiten
Der Regionalplan sieht eine Siedlungsarrondierung vor. Beispielsweise ist es zukünftig möglich, Bauland im Bereich der Nacker Mühle zu erschließen, um damit aus dem Weiler einen kleinen Ortsteil zu schaffen. Bestehende Infrastruktur, wie das Kieswerk, sei von den Planungen nicht betroffen. Das teilte Damm auf Nachfrage mit.
Schließlich nahm der Gemeinderat die Informationen zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, auf Grundlage der Beratung eine Stellungnahme zu erarbeiten. In einem weiteren Punkt beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Vergabe der Lüftungsarbeiten für den neuen Kindergarten.
Die Arbeiten wurden für die Summe von 29.826 Euro an die Firma Hauser in Jestetten vergeben. Damit liege man gut 10.000 Euro unter der Kostenschätzung. Außerdem schloss die Gemeinde eine Honorarvereinbarung mit der Firma Tillig, um endlich die marode Mauer in der Wiesenstraße sanieren zu können.
Ralf Göhrig Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
79807 Lottstetten Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Entwicklungsmöglichkeit Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
