Oberbürgermeister sind gegen vorzeitige Kappung der Gäubahn
Wenn Stuttgart 21 erst 2030 in Betrieb geht, darf auch die Gäubahn nicht früher gekappt werden. Mit dieser Forderung wenden sich die Oberbürgermeister der Gäubahn-Anliegerstädte an die Öffentlichkeit. In einer gemeinsamen Erklärung erneuern sie ihre Forderung: „Keine Kappung ohne Alternative“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts.
Angesichts der erneuten Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 fordern die Oberbürgermeister der Städte entlang der Gäubahn, dass die Gäubahn mindestens bis zur tatsächlichen Eröffnung des Tiefbahnhofs weiterhin direkt an den Stuttgarter Kopfbahnhof angebunden bleibt. Neben OB Michael Beck wurde die Erklärung auch von den Oberbürgermeistern Dr. Stefan Belz (Böblingen), Nico Reith (Herrenberg), Michael Keßler (Horb), Uli Burchardt (Konstanz), Stephan Neher (Rottenburg), Dr. Christian Ruf (Rottweil), Bernd Häusler (Singen) und Jürgen Roth (Villingen-Schwenningen) unterzeichnet.
Fahrgäste sind bereits erheblich belastet
Eine vorzeitige Kappung der bestehenden Verbindung ist aus Sicht der Kommunen nicht akzeptabel, heißt es weiter. Die Fahrgäste entlang der Gäubahn, so die Erklärung, seien bereits durch Baustellen, Verspätungen und wiederkehrende Einschränkungen erheblich belastet. Ein zusätzlicher Umstieg würde die Situation weiter verschärfen und das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Bahnverkehrs weiter untergraben.
Umsteigefreier Anschluss muss bis auf Weiteres bleiben
„Die Menschen entlang der Gäubahn sind seit Jahren gebeutelt – durch Baustellen, Unterbrechungen und immer neue Verzögerungen. Solange der Tiefbahnhof nicht in Betrieb ist, muss zumindest der umsteigefreie Anschluss an den Stuttgarter Kopfbahnhof erhalten bleiben. Alles andere wäre eine zusätzliche Zumutung für Pendlerinnen und Pendler sowie für unsere Wirtschaftsregion“, werden die OBs zitiert.
Die Gäubahn sei eine zentrale Verkehrsachse für Baden-Württemberg. Sie sichere Mobilität, wirtschaftliche Verflechtungen und Teilhabe. Viele Bürger haben laut Mitteilung beim Volksentscheid zu Stuttgart 21 auf ein verbessertes Bahnangebot gesetzt. Umso wichtiger sei es jetzt, während der Übergangsphase praktikable und verlässliche Lösungen zu gewährleisten.
Die Oberbürgermeister erwarten daher eine klare, verbindliche Zusage, dass der direkte Anschluss an den Kopfbahnhof bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs aufrechterhalten wird. Verlässlichkeit und Zumutbarkeit für die Bahnkundinnen und Bahnkunden müssten oberste Priorität haben. (pm/gan)
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