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Wenn Kabarett Wahlkampf wird: Wie Dieter Hallervorden eine AfD-Mehrheit verhindern will

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10.08.2026

Nicht weniger als acht Kameras sind auf die Bühne des kleinen Theaters in Naumburg (Saale) in Sachsen-Anhalt gerichtet. Die Wände sind schwarz, die Decke ist schwarz, der Boden, die Sitze, die Treppen, alles schwarz. Der Saal ist voll, die Luft warm und stickig. Was farblich aus dem Dunkel heraussticht, ist die Leinwand, die von der Decke herabhängt und in grellem orange leuchtet. „Hallervorden & Schulze – Kunst braucht Freiheit“, ist darauf zu lesen. Als Dieter Hallervorden unter Applaus den Raum betritt, schnellen die Handykameras in die Höhe. Der 90-Jährige steht nicht auf irgendeiner Bühne – sein Auftritt ist Teil einer Wahlkampfveranstaltung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze. Und vor allem ist er Teil eines ungewöhnlichen Konzeptes.

Magdeburg, Halle, Dessau und nun Naumburg. Viermal hat Hallervorden sein Programm präsentiert. Dass es so viel Aufmerksamkeit erfährt, liegt unter anderem daran, dass der streitbare Kabarettist Positionen vertritt, die so gar nicht zum Programm der CDU passen wollen. Hallervorden spricht von einem Völkermord in Gaza, er stellt sich im Krieg in der Ukraine auf die Seite Russlands und er singt Schmählieder auf den Bundeskanzler. Über die neue Generalsekretärin der CDU sagt er: „Diese Frau Hoppermann, selbst wenn ich Pantomime machen würde, würde die bestimmt noch ein unzulässiges Wort entdecken.“ Und ausgerechnet dieser Mann soll verhindern, dass die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierung übernimmt?

Hallervorden verzichtet in Naumburg auf provokante Musiknummer

Hallervorden trägt einen beigefarbenen Anzug und schwarze Turnschuhe. Seine Stimme ist klarer als man es von einem Mann seines Alters erwarten könnte. Er singt laut, kräftig und klar. Keine Spur von Müdigkeit. Fast schon etwas enttäuscht wirkten die Gesichter im Publikum an diesem Abend, als Hallervorden nicht wie erwartet sein Lied anstimmt, mit dem er an den ersten drei Veranstaltungsabenden scharf gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) geschossen hatte. „Herr Merz, wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch da, wo keiner wohnt, kämpft gefälligst auf dem Mond!“, hatte der 90-Jährige noch in Dessau geschmettert. Dass er sich in Naumburg für ein anderes Lied entschieden hat, erklärt er........

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