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Farben, Schichten, Zuversicht: Wie Waltraud Reichle im Ruhestand zu künstlerischer Größe fand

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21.06.2026

Die meisten Menschen kennen Waltraud Reichle als langjährige Klinikseelsorgerin in Singen. Im Gespräch vermittelt sie, dass sie sich schon seit langer Zeit auch künstlerisch betätigt und erläutert unter anderem die Wirkung des Kunstschaffens auf sich selbst.

Frau Reichle, viele SÜDKURIER-Leser kennen Sie in ihrer langjährigen Funktion als Seelsorgerin am Klinikum Singen. Seit Sie im Ruhestand sind, treten Sie zunehmend als Kunstschaffende in Erscheinung. Mit dem Malen haben Sie aber schon vor vielen Jahren angefangen, oder?

WALTRAUD REICHLE: Ich habe schon immer gerne Bilder betrachtet und mich mit ihnen auseinandergesetzt. Farben haben mich seit jeher fasziniert. Während meiner Tätigkeit in der Klinikseelsorge habe ich zudem verschiedene Kunstprojekte initiiert. Vor etwa 20 Jahren verspürte ich den Wunsch, selbst malen zu lernen und seitdem hat mich die Kunst nicht mehr losgelassen. Sie war für mich ein schöner Ausgleich zu meiner Arbeit im Klinikum und zugleich eine Möglichkeit, Erfahrungen nachklingen zu lassen und zu verarbeiten.

Sie waren 30 Jahre lang in der Krankenhausseelsorge tätig. Wie spiegelt sich das in Ihren Werken wider?

WALTRAUD REICHLE: In diesen Jahren habe ich mich intensiv mit spirituellen und existenziellen Lebensfragen auseinandergesetzt. Begegnungen mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen haben mich immer wieder vor die Frage gestellt: Was gibt uns Halt? Was kann stärken? Wie gehen wir mit Schwerem um? In meinen Bildern geht es – wie im Leben – oft „drunter und drüber“. Viele Linien greifen das Bedürfnis nach Verbundenheit auf.........

© Südkurier