Zimtschnecken und Zukunftspläne: Wie drei Familien den Neuweiler Hof mit einer Solawi neu beleben
Der Duft kommt einem entgegen, bevor die Tür ganz offen ist. Im Hofladen auf dem Neuweiler Hof stehen frisch gebackene Zimtschnecken auf der Theke. Eine Kundin holt ihre Gemüsekiste ab und nimmt auf Bitten einer Freundin noch ein Brot mit. Wenige Schritte weiter wachsen im Gewächshaus Tomaten an langen Ranken – noch grün, aber schon fast erntereif. Draußen summen Insekten zwischen den Gemüsebeeten. Wer über den Hof läuft, merkt: Hier geht es nicht nur um Landwirtschaft. Hier entsteht eine Gemeinschaft.
Genau das betont Bettina Weishaupt im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Das hier ist mehr als Landwirtschaft. Es ist ein Wohn-, Arbeits- und Lebensprojekt.“ Die 48-Jährige lebt seit sechs Jahren auf dem Neuweiler Hof und gehört seit acht Jahren zur Hofgemeinschaft. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern sowie zwei weiteren Familien möchte sie den traditionsreichen Hof dauerhaft erhalten. Im Herbst soll der Kauf endgültig besiegelt werden.
Ein Jahrzehnt in der Mache
Die Geschichte des Projekts begann vor etwa zehn Jahren, als versucht wurde, den Hof gemeinschaftlich zu bewirtschaften. Zeitweise lebten bis zu zehn Parteien auf dem Gelände. Verschiedene Vorstellungen führten jedoch dazu, dass viele wieder gingen. Geblieben sind drei Familien. Und eine Idee, die heute konkreter ist als je zuvor.
Vor einem Jahr gründeten sie eine solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi. Der Weg dorthin war lang. Georg Hilsenbek kündigte seinen bisherigen Beruf und arbeitet inzwischen in Vollzeit als Gärtner auf dem Hof. Lucile Huguet und Bettina Weishaupt unterstützen die Landwirtschaft........
