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Patrick Romer ist raus: Im Halbfinale endet sein Traum von der Dschungelkrone

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08.02.2026

Patrick Romer aus dem Konstanzer Vorort Dingelsdorf kämpfte bei der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ um die Dschungelkrone. Der TV-Bauer vom Bodensee brachte reichlich Reality-TV-Erfahrung mit nach Australien und war bereits bei „Bauer sucht Frau“, dem „Sommerhaus der Stars“ und bei „Das große Promi-Büßen“ zu sehen. Entsprechend gute Chancen wurden ihm eingeräumt. Doch am Ende reichte es „nur“ für das Halbfinale.
Wie sich der Konstanzer Landwirt im australischen Dschungel geschlagen hat, können Sie hier noch einmal nachlesen:

Im Halbfinale von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wartete auf die verbliebenen fünf Kandidaten am Samstag die Kult-Dschungelprüfung „Creek der Sterne“. Weder von orkanartigem Wind, noch von glitschigem Schaum, fiesem Schleim, Wassermassen und riesigen Bällen ließen sich die Dschungelcamper um Patrick Romer dauerhaft irritieren. Auch nicht vom Gelächter der Moderatoren Sonja Zietlow und Jan Köppen. Der Lohn: fünf Sterne, mehr ging nicht. Der ideale Moment, um die Show zu verlassen? Für Patrick Romer (“Schatz, ich komme!“) und Simone Ballack war er das – im Finale stehen Samira Yavuz, Gil Ofarim und Hubert Fella.

Was war bis zu dieser Entscheidung passiert? Dass er in der Öffentlichkeit als Macho-Bauer und Frauenhasser, als arroganter und überheblicher Narzisst wahrgenommen werde, macht dem Konstanzer ganz offensichtlich zu schaffen. Während der Nachtwache erzählte er Gil Ofarim (mit dem er jedoch – ebenso wie die anderen Camper – nach wie vor ein wenig auf Kriegsfuß zu stehen scheint): „Ich empfinde mich als überhaupt nicht arrogant. Ich bin etwas überheblich, aber ich nehme mich selbst nicht so ernst. Ein völliges Selbstbewusstsein bei totaler Ahnungslosigkeit.“ Seine Art komme bei anderen oft falsch an. Er habe sich alte Reality-TV-Formate mit sich angeschaut und sei selbst zu dem Schluss gekommen: „Das ging gar nicht. Ich war erschrocken.“ Seit seine Ex-Freundin Antonia Hemmer in der Öffentlichkeit über ihn gesprochen habe, „bin ich der Arsch.“ Das nagt sichtbar an dem 30-Jährigen, der einfach nur als „bodenständiger Landwirt“ gesehen werden will. „Ich kann nur hoffen, dass der Zuschauer mich mal als positiv wahrnimmt“, so Romers Hoffnung. Die scheint sich längst erfüllt zu haben – er zeigte sich erstaunt darüber, dass er so weit gekommen ist, und bilanzierte: „Der Dschungel hat mich stärker gemacht.“

Der Konstanzer, der unbedingt rechtzeitig zum Schmotzigen Dunschtig zurück am Bodensee sein will, kämpfte im Lauf der Sendung im Dschungeltelefon mit den Tränen (“Ich wollte nie im Fernsehen weinen!“), machte seiner Annelie, deren Brief er zu seinem schönsten Dschungel-Moment erkor, mal wieder eine Liebeserklärung: „Ich habe die tollste Freundin auf der Welt. Das macht mich so unglaublich stolz!“ Die wiederum wird auf Instagram nicht müde, ihren Liebsten ins rechte Licht zu rücken: „Er ist einfach genauso, wie man sich einen Partner wünscht!“

Patrick Romer hat die Fantasie der verbliebenden Damen mit seinem Dasein als Rinderzüchter angeregt. „Wenn ich jung wäre, ich würde mir einen Bauern suchen. Das sind Jungs, die noch richtig arbeiten“, sagte End-Vierzigerin Simone Ballack. Der Konstanzer Landwirt erweiterte das Thema Richtung Ariel: „Ich weiß nicht, ob ein Bauer Ariel möchte? Wir Bauern stehen ja nicht so auf Schickimicki, lange Fingernägel, Wimpern, gemachte Brüste.“

Ariel erwiderte: „Ich habe gehört, dass Bauern sehr viel Geld haben?“ Patrick Romer klärte auf: „Ja, allein so ein Traktor kostet so bis zu 250.000 Euro.“ Ariel, ganz hellhörig: „Aber es darf da nicht so nach Schweinescheiße riechen!“

Patrick Romer, sichtlich irritiert: „Ein Schweinebauer, da riecht der Hof streng nach Ammoniak. Milchbauern, die haben immer das Problem, dass sie sehr früh rausmüssen und auch sehr spät noch im Stall stehen. Insekten sind ja auch nichts für Ariel. Aber ein Ackerbauer! Ariel auf einem Traktor, das könnte passen. Ich würde Ariel den Jungbauern-Kalender empfehlen, da sind gut aussehende Typen dabei. Auch das ist viel Arbeit. Da kannst du mittags nicht vor dem Fernseher hocken und Frauentausch anschauen.“ Rumms.

Irgendwann wurden die Briefe der Partner oder Familienangehörigen verteilt – dabei flossen im Dschungel mehr Tränen über die Wangen der Kandidaten als Wasser über die Niagara-Fälle. Als beim Brief von Annelie Henze an ihren Liebsten Paddy Oma Gertrud aus Dingelsdorf angesprochen wurde, konnte selbst der Reality-TV-gestählte Patrick Romer das Wasser nicht mehr halten.

Und dann war da noch das Entscheidende – wer musste den Dschungel verlassen? Simone Ballack? Vielleicht. Gil Ofarim? Nein. Hubert Fella? Nein. Samira Yavuz? Nein! Ariel? Vielleicht! Patrick Romer? Nein! Also, wer musste denn nun raus? Ariel, die Schweizerin mit der Lizenz zum Nervtöten! Das bedeutet für den Konstanzer TV-Bauern: Der Traum von der Dschungelkrone lebt weiter.

Wer wird wohl Dschungelkönig? Wer kommt überhaupt ins Finale? Patrick Romer und Hardy Krüger sinnierten darüber bei einer gemeinsamen Nachtwache. Beiden sahen Hubert jedenfalls nicht unter den Gewinnern: „Hubert ist wie ein Kuhschwanz. Die ganze Zeit wedelt er von rechts nach links“, sinnierte Romer in gewohnter Bauern-Manier. Sonst ging es eigentlich nur um Gil Ofarim, Gil Ofarim und noch mal Gil Ofarim. Ariel stellte weiter seine Verletzung infrage, Romer beschuldigte sie, einfach nur Sendezeit zu wollen. „Es bringt nichts, wenn du deine Leier zwanzigmal wiederholst, das kostet nur Zeit“, schimpfte Romer und Ariel schoss zurück: „Patrick ist einfach nur unsympathisch.“

Als später Simone Ballacks Hutschnur wegen Gil Ofarim platzte, hielt Patrick eisern zu Gil und verstand augenscheinlich die Welt nicht mehr. „Es ist wie bei Game of Thrones. Es gibt nur noch Intrigen, alle drehen sie durch, weil sie die Krone wollen. Ich muss hier keine Szene machen, um Dschungelkönig zu werden.“

Dann durfte Patrick das Camp verlassen. Aber natürlich nur, um mit Gil Ofarim die gemeinsame Dschungelprüfung anzutreten. Romer musste sich durch schmackhafte Dschungeldelikatessen wie „Schock-o-Kekse“ probieren. Seine erste Wahl fiel natürlich auf ein Gericht namens Muuhh-so-Chocolat, eine glitschige Kuhschnauze. Ob das wohl Erinnerungen an sein Zuhause in Dingelsdorf weckte? Mit eisernem Blick und eisernem Willen kaute er sich auch durch einen Wasserbüffelanus („Juhu, extra Proteine“) und Gil schlürfte sich durch lange Würmer als wären es Spaghetti – da musste sogar Moderator Jan Köppen vor Ekel wegschauen. Über Patricks bissfesten Einsatz staunte er aber: „Der Bauer ist ein Kauer!“ Fünf Sterne brachten sie gemeinsam zurück ins Camp. Patrick zeigte sich stolz und hatte sogar Pipi in den Augen. „Das könnte ja meine letzte Prüfung sein. Ich bin einfach so dankbar für alles hier“, sagte er lächelnd.

Ob er da wohl schon etwas geahnt hat? Tatsächlich täuschte ihn sein Bauchgefühl! Als das Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Jan Köppen wie jeden Morgen zur australischen Ortszeit das Camp betreten haben, folgte die erleichternde Nachricht: Patrick Romer darf noch einen weiteren Tag im Camp bleiben. Dafür musste Hardy Krüger das Feld, genauer gesagt das Dschungelcamp, räumen. Für ihn haben die Zuschauer am wenigsten angerufen.

Bei der gemeinsamen Nachtwache mit Hardy Krüger grübelte Patrick Romer über vieles. Zuerst über Hubert Fellas Schlafverhalten („Das klingt so, als würde hier eine Abforstung im Regenwald stattfinden“) und später über Frauen. Das Gespräch seiner weiblichen Mit-Kandidatinnen vom Vortag ging ihm noch durch den Kopf. Wie konnten diese bloß über ihre Präferenzen bei Männern quatschen und dann noch Ansprüche stellen, dass der Partner einen Job haben und sie zum Essen ausführen soll? „Wenn ich als Mann solche Äußerungen tätigen würde, wäre die Hölle los“, echauffierte sich Patrick. „Ein Mann muss auch kein Essen bezahlen, man muss gar nichts. Man macht das nur als Gentleman, die Selbstverständlichkeit nervt total.“ Er selbst genieße seinen schlechten Ruf in den Medien – denn eigentlich sei er ein „total liebenswürdiger Partner“. Er würde es nämlich gar nicht mögen, wenn Frauen bevormundet werden würden, er sei anpassungsfähig. „Warum muss man denn ein Macho sein?“, wunderte er sich. Ob er wohl seinen eigenen Auftritt im Sommerhaus der Stars vergessen hat? Seine Ex-Freundin Antonia Hemmer würde da wohl andere Töne anschlagen.

Jedenfalls ist sich der Bodensee-Bauer sicher: „Wenn George Clooney in einen McDonald’s laufen würde, würde er sich in die Frau hinter der Theke verlieben. Wenn eine Beyoncé in einen McDonald’s laufen würde, würde sie den Typen hinter der Theke nicht zweimal anschauen. Frauen wollen nur nach oben daten“, erklärte er Krüger die Welt. „Da draußen“ gebe es so viele tolle Männer, die Frauen würden das aber nicht sehen. „Das ist emanzipatorisch traurig“, stellte Romer fest.

Für Hardy Krüger, Samira Yavuz und Simone Ballack ging es währenddessen in die Dschungelprüfung, und Ariel wunderte sich, wieso es zum Abendessen Shit-Take-Pilze (japanische Shiitake-Pilze) gab. „Wieso gibt es denn Scheiße-Pilze?“, fragte sie sich. Geschmeckt hat es ihr wohl trotzdem. So hatte sie neue Kraft, sich zu wundern, wieso Gil Ofarim nach seinem Unfall überhaupt noch im Camp verweilt. „Er kann keine Prüfungen mehr machen, er kann keine Nachtwache mehr machen, was macht er dann noch hier?“, fragte sie auch den Musiker selbst: „Gil, was ist dein Plan?“ Wieder fit werden, war die simple Antwort des Musikers. Für Ariel stand aber weiterhin fest: „Gil ist ein böser Mensch. Und das, was er getan hat, gerät jetzt wieder in Vergessenheit.“ Außerdem ging es für Ariel und Eva auf Schatzsuche – und Ariel erzählte stolz von ihrer jahrelangen Tätigkeit als Pfadfinderin.

Und dann die Frage aller Fragen: Ausgerechnet zwischen den vermeintlichen Turteltäubchen Patrick Romer und Eva Benetatou entscheidete sich das Rennen. Patrick Romer konnte die Zuschauer aber erneut von sich überzeugen und darf damit noch........

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