Mit Geschrei zur inneren Mitte: Kann Metalmusik wirklich beruhigen?
Der Alltag piept, blinkt, vibriert und bei vielen ist der Lautstärkeregler des Lebens bis zum Anschlag aufgedreht. In unserer oft hektischen Welt wollen Nachrichten möglichst bald beantwortet oder kommentiert werden. Dazu kommen Krisen und Katastrophen, die in Pushmeldungen und Dauerschleifen in den Tag rauschen. Kein Wunder, dass das Nervenkostüm dünner wird. Abschalten fällt schwer.
Gerade deshalb ist innere Ruhe zu einem eigenen Markt geworden. Die Nachfrage ist groß, das Angebot noch größer: Atemübungs-Apps, Digital Detox, Klangschalen, Retreats und die Hoffnung, das Nervensystem möge sich schnell wieder einregulieren. Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden. Wer durch Hatha Yoga, Schweigen oder Meditation innerlich sortierter wird, hat für sich eine Balance zwischen Rückzug und Reiz gefunden.
Doch nicht jeder Mensch fährt bei Stille herunter. Manche brauchen einen Lärm, der anschiebt, der dem Durcheinander eine Form gibt. Mit harten Gitarren, schnellem Schlagzeug und viel Geschrei. Manchmal ist das, was beruhigt, eben keine Klangschale, sondern die Metal-Band Slipknot; „Self Care“ trägt in diesem Fall eben eine andere Art von Gesichtsmaske. Das wirkt vielleicht paradox, hat aber eine wissenschaftliche Grundlage.
Metal-Fans........
