Nach dem WM-Aus: Das Märchen von der deutschen Größe
Natürlich musste das auch noch kommen. Als hätte es eines weiteren Beweises gebraucht, wie weit Realität und Wunschdenken in diesem Land inzwischen auseinanderliegen: Friedrich Merz hat ihn mit genau jener Treffsicherheit geliefert, die der deutschen Mannschaft gefehlt hat. „Was für ein Spiel“, jubelte der Bundeskanzler in den sozialen Medien über das Fiasko von Foxborough. „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Es war der unbeholfene Versuch, etwas schönzureden, was nicht schönzureden ist. Dass Merz wenig später versuchte, seine Euphorie etwas herunterzudämmen, konnte die Situation kaum mehr retten. Denn das, was der Kanzler vorführt, ist längst zu einem Grundproblem geworden: Das Bild, das wir von uns selbst haben, ist nicht mehr deckungsgleich mit dem, wie es sich anderen bietet.
Deutschland ist zu einem Scheinriesen geworden – und der Fußball ist nur ein Symbol dafür. Anders als beim Scheinriesen „Herr Tur Tur“ aus dem Märchen von Michael Ende sind es aber nicht die........
