Was, wenn ein EU-Staat angegriffen wird?
Was Artikel 5 des Nato-Vertrages bedeutet, weiß inzwischen jeder junge Mann, der bald gemustert wird. Und alle anderen auch. Es ist der Kern des Nordatlantikpakts. Alle für einen. Abgesehen davon, dass er nicht so eindeutig ist, wie viele denken, trägt Artikel 5 doch fundamental zum Abschreckungspotenzial der Verteidigungsallianz bei. Deshalb verrenken europäische Regierungschefs sich so sehr, um den von dannen driftenden US-Präsidenten Donald Trump von einem Nato-Austritt abzuhalten. Denn ohne die Amerikaner ist, wenn es mit Russland hart auf hart kommt, alles nichts. Hier gilt noch immer: Einer für alle.
Das soll sich ändern. Nicht nur, weil Trump Truppen aus Deutschland abziehen und bedeutungsvolle Mittelstreckenraketen nicht liefern will. Unvergessen ist in Brüssel jener Satz in der Rede von Mark Rutte, der die EU-Abgeordneten besonders verärgerte, als der Nato-Generalsekretär im Parlament sprach. „Dann träumt weiter“, hatte er jenen gesagt, die glaubten, es ginge ohne die Vereinigten Staaten. Das provozierte, und deshalb wird gerade ein anderer Vertragsartikel immer bekannter.
Jens Stoltenberg zur Zukunft der Nato: „Nichts ist in Stein gemeißelt“
Peter Müller und Stefan Küpper
Es ist die Beistandsklausel der Europäischen Union (Artikel........
