Referendum: Warum Islands Nein zur EU so problematisch ist
Vor gut zehn Jahren schlug schon einmal auf einer Insel Emotion ökonomische Rationalität. Eine Mehrheit der Briten stimmte 2016 für den Ausstieg aus der EU. Gelernt wurde aus den Fehlern von damals aber offenbar kaum, wie das Referendum in Island am Wochenende zeigte. Die Pro-EUler warben mit niedrigeren Zinsen, weniger Inflation, mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Sie mögen die meisten wirtschaftlichen Argumente auf ihrer Seite gehabt haben. Nur eine Geschichte hatten sie nicht zu erzählen, ein Narrativ, das die Bürger berührt hätte. Ihre Gegner dagegen sprachen über Fisch und Freiheit. Die Kabeljaukriege gegen Großbritannien gehören zum nationalen Mythos, die Kontrolle über die Fanggründe zum Selbstverständnis des Landes.
Am Ende also jubelte das EU-skeptische Lager. Knapp 53 Prozent der Wähler votierten gegen die Wiederaufnahme von Beitrittsgesprächen. Die Mehrheit will also nicht einmal verhandeln. Die Entscheidung ist für die........
