Macht, Strategie und neue Allianzen: Wie Manfred Weber die EVP an Europas Spitze halten will
Das Volksfest Gillamoos in Niederbayern gilt traditionell als erste politische Großveranstaltung nach der Sommerpause. Im beschaulichen Abensberg hatte Manfred Weber im Jahr 2019 zum Neustart angesetzt nach seiner demütigenden Niederlage im Machtkampf um den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Ein Heimspiel in seinem Landkreis, am Tiefpunkt seiner Karriere. Sieben Jahre später ist der Europapolitiker und CSU-Vize wieder am Gillamoos, läuft an einem Freitagnachmittag Anfang September in Tracht und auffällig unauffällig am Rand beim Festumzug mit, winkt fast schüchtern den Besuchern zu, bevor er abends im Bierzelt sehr viele Hände schüttelt. Der „Manni“, wie nur alte Weggefährten ihn nennen dürfen, sei immer „bescheiden“ geblieben, heißt es, während die Band „Stoapfälzer Spitzbuam“ über die „Schickeria“ in München singt.
Manfred Weber ist in Brüssel der mächtigste Mann – bis auf Weiteres
Man würde an diesem Abend kaum vermuten, dass es in Brüssel aktuell keinen mächtigeren Mann als den 54-Jährigen gibt – und bis auf Weiteres geben wird. Am Dienstagabend wurde der CSU-Mann in Straßburg als Vorsitzender der christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP) wiedergewählt. Damit bleibt er Chef der mit Abstand größten Fraktion........
