Massentourismus in Venedig: Die Flut kommt
Sieht so der Untergang aus? Simone Venturini trägt weißes Hemd, Krawatte, grau meliertes Haar. Seine Gesichtszüge sind gleichmäßig, er ist 38 Jahre alt und stammt aus Marghera, dem Festlandteil Venedigs. Bei den Kommunalwahlen am Sonntag und Montag hat der Jurist seinen bisher größten politischen Erfolg erzielt: Venturini ist Venedigs neuer und bisher jüngster Bürgermeister. Mit 51 Prozent der Stimmen setzte er sich schon im ersten Wahlgang klar gegen den Mitte-Links-Kandidaten Andrea Martella durch.
So, wie es Opposition und Kritiker der bisherigen Stadtregierung befürchteten. „Am 24. Mai entscheidet sich die Zukunft Venedigs“, hatte der bekannte italienische Autor Antonio Scurati vor der Kommunalwahl in der Zeitung La Repubblica gemahnt. „Aber es ist nicht sicher, ob Venedig überhaupt eine Zukunft hat“, fügte er hinzu. Das nackte Überleben der Stadt sei „durch eine maritime und eine menschliche Flut“ gefährdet, die dringend gestoppt werden müssten. Wird das Horrorszenario nun........
