Von wegen Paradies! Führung begibt sich auf die Spuren dunkler Konstanzer Geschichte
Keine 400 Jahre ist es her, dass zwielichtige Räuberbanden – abgestumpft von der Gewalt und dem Leid, das durch den Dreißigjährigen Krieg übers Land hereingebrochen war – ihr Unwesen in den ungeschützten Vororten der Städte trieben. So auch in vormals Eggehusen, dem Konstanzer Paradies. Diesen vielversprechenden Namen erlangte das heutige Wohnviertel im zwölften Jahrhundert mit der Gründung des Klarissenklosters Claustrum Paradysi. Dass ausgerechnet dieses idyllische Stadtviertel mit seinen gemütlichen Cafés und ruhigen Wohnstraßen Schauplatz schauriger Verbrechen und Zeuge dunkelster Krisenzeiten war, scheint heute unvorstellbar.
Die neue, erst seit diesem Jahr von der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH angebotene Stadtführung „Mord im Paradies – Verbrechen und Vergehen im Konstanzer Stadtteil Paradies“ bringt Licht ins dunkle Zeitalter des Stadtviertels. So auch an diesem Sonntagabend: Ulrich Büttner und seine Ehefrau Nadine warten auf die Teilnehmenden der True-Crime-Führung durchs Paradies, es ist der vierte der sechs für dieses Jahr anberaumten Stadtrundgänge.
Der Lehrer wirkt wie ein Zeitreisender
Büttner, hauptberuflich Geschichtslehrer am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, erweckt den Anschein eines Zeitreisenden. Mit seinem an ein........
