Der gute Geist der Unterwelt: Mit Kurt Waldraff unterwegs unter dem Campus der Konstanzer Uni
Ein paar Meter unter dem Campus liegen die Katakomben der Konstanzer Universität, ein verzweigtes Netz aus Gängen und Räumen, in dem es spürbar kühler ist als über der Erde. An den Wänden hängen Plakate, die über Obst- und Gemüsesorten aufklären – Orientierungspunkte in einer Welt ohne Tageslicht.
Kurt Waldraff kennt fast jeden Meter davon, seit 1987 arbeitet er an der Universität. Heute leitet er den Bereich Heizung, Lüftung und Sanitär im Facility-Management. „Alles, was die Leute zum Forschen brauchen, müssen wir instandhalten“, sagt er – etwa Druckluft und die passenden klimatischen Bedingungen für Versuche in den Naturwissenschaften. Fällt ein System aus, werden er und sein Team gerufen, auch außerhalb der Dienstzeit. Vor drei Jahren musste er zwischen Weihnachten und Neujahr anrücken: Aus einer durchgerosteten Warmwasserleitung tropfte es durch die Decke in die Tierforschungsanlage. Nachdem die betroffene Stelle gefunden wurde, war der Schaden schnell repariert.
Probleme sind je nach Jahreszeit unterschiedlich
Wie dringend ein Einsatz ist, hängt oft von der Jahreszeit ab. Im Winter häufen sich Probleme mit der Heizung, im Sommer eher bei den Deckenkühlgeräten. Sie laufen mit Wasser aus dem Bodensee, das die Raumluft herunterkühlt. Mit einem Schmunzeln erzählt Waldraff, dass diese Technik vor allem in den Naturwissenschaften zum Einsatz kommt – schließlich gehe es nicht um das Wohlbefinden der Menschen, sondern um optimale Bedingungen für die Forschung.
Wie sein Tag konkret aussieht, entscheidet sich meist erst vor Ort. Im........
