Tag des Wassers: Peru-Kreis unterstützt katholische Partnergemeinde beim Bau von Wasserleitungen
Dorothea Rogalla braucht nur drei Worte, um den Sinn des Unternehmens zu erklären. „Wasser ist Leben“, sagt die studierte Medizinerin. Sie sagt es auf Spanisch: „Agua es Vida“. Das ist das Leitwort für die Markdorfer Peru-Gruppe. Und damit auch das Motto jenes Projekts, jenes Unternehmens, mit dem die Gruppe in Huancaray, der katholischen Partnergemeinde der Pfarrei St. Nikolaus, den Auf- beziehungsweise Ausbau von Wasserleitungen vor Ort unterstützt. Seit 2002 geschieht das mit Spendenmitteln aus Markdorf und dem Umland. „Ohne dieses Geld könnten wir den Menschen gar nicht helfen“, erklärt Sprecher Manfred Lorenz.
Frisches Wasser, saubere Hände
Umso wichtiger sei es, immer wieder an die Hilfsbedürftigkeit der Menschen in der abgelegenen peruanischen Andenregion zu erinnern. „Mit den Wasserleitungen haben sich die hygienischen Verhältnisse in Huancaray, vor allem aber in den benachbarten Bergdörfern drumherum, entscheidend verbessert“, knüpft Dorothea Rogalla an ihre Aussage zur lebenswichtigen Bedeutung von Wasser an.
Mit dem direkten Zugang zu frischem Wasser steige nicht nur die Lebensqualität der Menschen, denen die Mühsal langer Wege zur nächsten Quelle erspart bleibt - frisches und sauberes Wasser verbessere auch ihren Gesundheitszustand. Wasser sei Leben, wiederholt die Ärztin. „Bei unseren ersten Besuchen in Huancaray sind uns dort noch regelmäßig Kinder mit schmutzigen Händen begegnet.“ Heute sei das gänzlich anders.
Seit 1993 wird am 22. März daran erinnert, dass Wasser eine lebenswichtige, aber knappe Ressource ist. An diesem Datum sind die Mitgliedsstaaten der UN - nach einem von der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung angeregten Beschluss - dazu aufgerufen, das Thema Wasser samt den damit verbundenen Unterthemen wie etwa dem Gewässerschutz oder der Trinkwassergewinnung ins Blickfeld der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Wasser und Nahrungssicherheit, Wasser und Arbeitsplätze, Wasser und der Frieden oder der Erhalt von Gletschern sind weitere Themenfelder, die am Weltwassertag angesprochen wurden. Auf sie aufmerksam zu machen, ist insbesondere in jenen Ländern wichtig, die über hinreichende Trinkwasserreserven verfügen, in denen aber das Bewusstsein für die ökologische wie auch die ökonomische Bedeutung dieser durch den Klimawandel immer stärker bedrohten Lebensressource wenig ausgeprägt ist. So gehen Wissenschaftler davon aus, dass Deutschland in den nächsten zwei Jahrzehnten eine Wassermenge von der Größe des Bodensees verlieren wird. Und dass es dann auch hier zur Wasserknappheit kommen wird - denn Europa ist derzeit der sich am stärksten erhitzende Kontinent. Mehr Informationen gibt es bei der Landeszentrale für politische Bildung.
Das jüngste Projekt ist abgeschlossen
Gerade rechtzeitig zum Weltwassertag sei das jüngste Leitungsbau-Projekt abgeschlossen worden, erklärt Manfred Lorenz. Nun haben auch die Einwohner des Weilers Contucna Zugriff auf frisches Wasser. „Es war ein schwieriges, ein sehr herausforderndes Projekt“, so Lorenz. Die Herausforderung habe darin gelegen, dass Contucna schon eine alte Wasserleitung hatte. Von den Behörden verlegt, dann aber nicht weiter unterhalten, sei diese zuletzt völlig marode gewesen. Die Einwohner hätten keinen Zugriff auf die Leitung gehabt, konnten sie nicht in Schuss halten. Was bei den Leitungen, deren Bau der Markdorfer Peru-Kreis unterstützt, ganz anders sei. Denn die werden von den Bewohnern der anzuschließenden Dörfer selbst verlegt.
Die Leitungen werden von den beiden Wassermeistern, die die Peru-Gruppe finanziert, zuverlässig gewartet. „Sämtliche Leitungen, die wir seit 2002 bauen lassen haben, funktionieren immer noch“, berichtet Kurt Rogalla, Mitglied der Gruppe. Die Leute aus Contucna mussten also erst die alten Rohre aus dem Boden reißen, um eine neue Leitung zu verlegen. Das Markdorfer Wasserleitungsbau-Projekt, dessen Grundprinzip darin besteht, dass die verwendeten Finanzmittel immer nur der Impuls sind für die Eigeninitiative, „eine Hilfe zur Selbsthilfe“, so Manfred Lorenz, könnte beispielhaft sein für den gelingenden Einsatz von Spendengeldern.
Leitungsbau kostet nur 23 Euro pro Kopf
Bei diesem inzwischen 33. Projekt entstanden 60 Hausanschlüsse. Grob überschlagen bedeutet das, dass rund 400 Menschen in dem auf etwa 3600 Meter Höhe gelegenen Dorf nun mit sauberem Wasser versorgt sind. Insgesamt, so schätzt Kurt Rogalla, „haben wir seit 2002 gut 15.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt“. Und das zu „unschlagbar günstigen Preisen“. Schlage der gesamte Leitungsbau doch pro Kopf lediglich mit 23 Euro zu Buche. „Das kostet bei uns allein der Wasserzähler jährlich an Gebühren“, merkt Manfred Lorenz an.
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88677 Markdorf Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
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