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In den Sommerferien beginnt der Bau der neuen Grundschule im Süden der Stadt

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26.03.2026

Die schwäbische Hausfrau ist das sprichwörtliche Vorbild jeder soliden Haushaltspolitik. Weil sie sparsam wirtschaftet und lange überlegt, bevor sie sich eine neue Küche kauft. Und was für sie recht ist, das war dem Markdorfer Gemeinderat nun billig. Der nämlich hat erneut nachgedacht, ob die geplante neue Grundschule sowie die neue Turnhalle auf dem Gelände der Oberen Breitwiese südlich der Ensisheimer Straße tatsächlich gebaut werden soll. Der Anstoß zum Überdenken kam Ende des vergangenen Jahres, als der Rat über den Haushalt 2026 debattierte, vor dem Hintergrund einer durchaus schwierigen Finanzlage mit wenig Spielraum für größere Investitionen.

„In Zeiten knapper Haushaltsmittel“, so blickte Kerstin Mock, Fraktionssprecherin der CDU, nun auf die Haushaltsdebatten zurück, habe sie es für dringend ratsam gehalten, „noch einmal zu überdenken, ob wir die neue Grundschule am Standort Süd brauchen und finanziell stemmen können“. Dass die Stadt an ihren Grundschulen in jedem neuen Schuljahr sechs neue Klassen aufnehemen muss, daran habe ihre Fraktion nicht gezweifelt. Wunsch der CDU sei immer gewesen, dass die Jakob-Gretser-Schule vierzügig und die Leimbacher Grundschule zweizügig bleibt. Die für den Ganztagsbetrieb in der Jakob-Gretser-Grundschule notwendigen Umbaumaßnahmen hätten unterdessen dort die Vierzügigkeit verunmöglicht. Was die Grundschulleitung überzeugend dargelegt habe. „Unsere Wunschlösung war der Standort Markdorf-Süd nie“. Die CDU füge sich aber dem Mehrheitsentscheid des Rates.

Warum es kein Zurück gibt

Die Frage nach der Notwendigkeit einer dritten Grundschule war im vergangenen Herbst während einer Klausurtagung des Rats neuerlich aufgeworfen worden. Dies im Zusammenhang mit der Überlegung, dass in Leimbach bereits eine Turnhalle vorhanden ist, am geplanten dritten Grundschulstandort aber erst noch eine gebaut werden muss. Und im vergangenen Januar tagten die Räte wiederum in Klausur, zusammen mit der Schulleitung, die die Unumkehrbarkeit der Dreizügigkeit an der Jakob-Gretser-Schule betonte.

Überdies sei die Planung für die Grundschule Markdorf-Süd inzwischen viel zu weit fortgeschritten, so bezog sich Mock auf die Darlegungen der Verwaltung, als dass sie noch angehalten werden könnte. „Ein Stopp hätte früher kommen müssen, wir haben dort bereits einen Millionenbetrag investiert“.

Komplizierte Zufahrt wegen der Langholz-Transporte

Diskutiert werden musste allerdings ganz anderes bei dieser Sitzung. Nicht das ob, sondern das wie der neuen Grundschule, beziehungsweise: Wie die Bauarbeiten dort vorbereitet werden müssen, damit sie plangemäß im August beginnen können. Denn bevor noch die Bagger anrollen, müssen ihre Wege gebahnt werden. Wie Architekt Tobias Müller von dem beauftragten Uhldingen-Mühlhofener Planungsbüro MMP erläuterte, müsse die Zufahrt sowohl im oberen Bereich an der Ensisheimer-Straße, wie auch auf dem Weg zur Tennishalle hin im Bereich des Schulgeländes verbreitert werden. Weil die Lkw, die die zum Teil 20 Meter langen Holzbinder für die Gebäudekonstruktion anliefern, weite Schleppkurven brauchen. Der Auftrag geht an ein Salemer Unternehmen, das die vorbereitenden Arbeiten für rund 50.000 Euro erledigt.

Kleine Füße, kurze Wege

Rolf Haas (FDP) nutzte die Gelegenheit zu grundätzlicher Kritik an der Verwaltung. „Wieder einmal wurde die Chance verpasst, an der Kostenschraube zu drehen“, monierte er. Überhaupt hegte er Zweifel, ob der angepeilte Kostenrahmen eingehalten werden kann. „Es bleibt nicht bei 20 Millionen“, prophezeite Haas, „es werden 25 oder sogar 30“. Uwe Achilles, Sprecher von SPD/Die Grünen, schloss sich Haas‘ Kritik nicht an. Er lobte die Verwaltung, baute auf ihr achtsames Kalkulieren. Die Schule Markdorf-Süd sieht Achilles als „genau richtig an an diesem Standort“. Nahe an den neuen Wohngebieten entspreche sie dem Grundsatz „kleine Füße, kurze Wege“.

Eva Fast (Umweltgruppe) zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass Rat und Verwaltung „beim Bau der neuen Schule, wie dann später auch beim Umbau der Grundschule in Leimbach, mit ganz vernünftigem Maß abwägen, was benötigt wird und was nicht“. Eines sei aber sicher: „Kinder brauchen eine vernünftige Lernumgebung und Markdorf eine gesicherte Bildungsqualität ohne Provisorien.“ Freie-Wähler-Fraktionschef Dietmar Bitzenhofer merkte an, dass gerade bei der Materialauswahl genau hinzuschauen sei, um Kosten zu sparen. Und Bürgermeister Georg Riedmann sprach den Planern von MMP sein Vertrauen aus. Die Kosten für Halle und Sanierung beziehungsweise Umbau der Jakob-Gretser-Schule seien ja auch nur geringfügig höher ausgefallen als vom Büro prognostiziert.

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88677 Markdorf Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

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