Warum Künstliche Intelligenz keine Kunst ersetzt
Wären die Goldberg-Variationen von einer Maschine geschrieben: Es gäbe nichts Langweiligeres. Dabei sind die Spuren von menschlicher Intelligenz überschaubar. Wann und warum Johann Sebastian Bach das Werk geschrieben hat, lässt sich nicht mehr eindeutig nachweisen. Sollte die Anekdote stimmen, wonach es sich um eine Art Unterhaltungsmusik zur Ablenkung für einen befreundeten Grafen handelt, so hilft diese bei der Interpretation auch nicht viel weiter.
Wer aber heute nach fast 300 Jahren diesen polyphonen Strukturen folgt, der erkennt darin den Glauben an eine göttliche Ordnung in dieser Welt. Er hört ein Grundvertrauen auf Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins, aber auch ein vorsichtig tastendes Ausloten der bestehenden Zweifel, ein Bedürfnis nach Freiheit, eine Freude am Spiel, ja sogar Ironie und Witz. Es ist ein Mensch, der das so........
