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Barbara Honigmann erzählt in „Mischka“ vom unglaublichen Leiden einer jüdischen Kommunistin

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friday

Die letzten Zeugen von Auschwitz werden nicht mehr lange leben, und es gibt vor diesem Hintergrund die Sorge, jüdisches Leid könnte in Vergessenheit geraten. Vielleicht wäre es hilfreich, umso mehr mit jungen Juden über die ganz normalen Dinge des Alltags zu sprechen: Familienangelegenheiten zum Beispiel, gemeinsame Feste mit Onkeln, Tanten und Cousinen. In Familien nämlich ist die Erinnerung bisweilen zuverlässiger gespeichert als in jedem Archiv. Auch deshalb erzählt die Schriftstellerin Barbara Honigmann bevorzugt von Menschen aus ihrer eigenen Verwandtschaft - sofern es davon etwas zu erzählen gibt.

Verwandte nämlich, so beginnt sie ihr aktuelles Buch „Mischka“ (Hanser Verlag), habe sie eigentlich nie gehabt. „Die meisten waren tot, und viele waren in den fremden Ländern geblieben, in die sie geflohen waren.“ Was blieb, waren Ersatzfamilien, zusammengehalten von politischen Überzeugungen.

Die Idee vom Kommunismus war ein solches Band. In den 20er-Jahren hatte sie sich über ganz Europa ausgebreitet und auch bei vielen Juden Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft genährt. Eine, die den Realitätstest für diese Hoffnung auf brutale Weise erfahren musste, war Mischka, eine Jugendfreundin von........

© Südkurier