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„Ich habe es nie als mein Kind gesehen, kein einziges Mal“

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04.08.2026

Frau Greer, der deutsche Politiker Jens Spahn und sein Mann sind über eine Leihmutter in den USA Eltern geworden. Spahn gehört der CDU an und sagte vor einigen Jahren, er lehne Leihmutterschaft als Christ ab. Was denken Sie darüber?

JENNIFER GREER: An dem Beispiel sieht man, wie schwer es ist, Leihmutterschaft zu verstehen, bis man den Prozess erlebt hat oder an dem Punkt ist, wo das die einzige Option ist. Ein Großteil der Negativität scheint daher zu kommen, dass nicht verstanden wird, warum Menschen sich der Leihmutterschaft zuwenden.

Sie waren zweimal Leihmutter. Wie sind Sie dazu gekommen?

GREER: Eine Freundin hatte lange mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen, mehrere Fehlgeburten und andere Schwangerschaftsverluste erlitten. Das hat mich zum Nachdenken gebracht: Was kann ich tun, um Menschen zu helfen, die so etwas durchmachen? Ich fing an, über Leihmutterschaft zu recherchieren, sprach mit meinem Mann und machte 2018 meine erste „journey“, 2023 die zweite. Daraus wurde dann mein Job: Heute arbeite ich als Fallmanagerin bei einer Agentur, die Leihmutterschaften vermittelt.

In den USA sprechen Leihmütter und Wunscheltern von einer „journey“, einer Reise, wenn sie den gemeinsamen Prozess von der Vermittlung bis zur Geburt meinen.

GREER: Damals hatten wir zwei Kinder. Ich hatte mir die Eileiter entfernen lassen, weil wir selbst keine weiteren Kinder mehr wollten. Und ich hatte ziemlich einfache Schwangerschaften gehabt. Ich habe sie nicht geliebt, aber gehasst habe ich sie auch nicht. Einer Familie zu helfen, die keine Kinder bekommen kann, war mir wichtig. Ich bin im Herzen eine Helferin. Natürlich kam die Vergütung zur Sprache. Das war schön, aber nicht ausschlaggebend.

Wie viel Geld haben Sie bekommen?

GREER: Beim ersten Mal bekam ich 40.000 Dollar. Beim zweiten Mal war ich bereits eine erfahrene Leihmutter, ich bekam 50.000 Dollar. Heutzutage liegt der Preis irgendwo bei 50.000 bis 60.000 für erstmalige Leihmütter – und er steigt mit der Erfahrung.

Wie lief der Prozess ab?

GREER: Beim ersten Mal ging alles über eine Agentur: Sie schickte mir ein fünfseitiges Profil mit Bildern eines schwulen Paares. Mir gefiel, was ich las, und dann setzte sie einen Zoom-Call an. Wir lernten uns kennen und entschieden uns, gemeinsam weiterzumachen – ein ziemlich schneller Prozess.

Und beim zweiten Mal?

GREER: Das war ohne Agentur. Es gibt Matching-Gruppen auf Facebook, und dort habe ich einen sehr detaillierten Post geschrieben, mit meiner Schwangerschaftsgeschichte und meiner Vergütungsvorstellung. Innerhalb von 30 Minuten meldeten sich etwa 20 Leute. Das war eine schwierige Entscheidung. Mit drei Familien habe ich wirklich gesprochen, und am Ende entschied ich mich für die, zu der ich die meiste Verbindung hatte. Sie wohnten nur drei Stunden von mir entfernt. Ich bin so froh, dass ich sie gewählt habe.

Warum haben Sie andere Paare abgelehnt?

GREER: Eine Familie war schon etwas älter, beide in ihren Fünfzigern, und sie hatten nur ein oder zwei Embryonen.

Nicht jeder Embryotransfer führt beim ersten Versuch zu einer Schwangerschaft. Deshalb werden bei der künstlichen Befruchtung in der Regel........

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