Facharzt über Folgen der Klinikschließung: „Haben praktisch keine HNO-Notfallversorgung mehr“
„Mit einem Krankenhaus verliert man nicht nur ein Gebäude, sondern ein Gefühl der Sicherheit und der Daseinsvorsorge“: Mit diesen Worten machte Bürgermeisterin Regine Rist in der Sitzung des Kreistags vor zwei Wochen deutlich, was die Schließung der Klinik Tettnang für die Stadt und die Region bedeutet. In Tettnang sei das längst keine abstrakte Debatte mehr, vielmehr wird es in wenigen Tagen Realität. Zum 31. Mai wird der Betrieb endgültig eingestellt.
Besorgt zeigt sich darüber auch Dr. Ingo Exner. Der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde betreibt im Nebengebäude der Klinik seine Praxis. Dort wird der Betrieb normal weiterlaufen, doch Exner und sein Ärzte-Team waren bislang auch für die HNO-Abteilung des Krankenhauses zuständig. Dort wurden die nötigen Operationen vorgenommen und HNO-Notfälle behandelt. „Mit der Schließung haben wir ab sofort praktisch keine HNO-Notfallversorgung in der Region mehr“, warnt der Mediziner.
Facharzt hebt breites Behandlungsspektrum in Tettnang hervor
Die HNO-Abteilung gab es in Tettnang seit knapp 50 Jahren, seit 2013 wurde sie Ingo Exner zufolge als Hauptabteilung betrieben. Damit sei sie zuletzt die einzige zugelassene Vollabteilung im Umkreis von 100 Kilometern zwischen Ulm, Villingen-Schwenningen und Augsburg gewesen. Andere Häuser in der Region hätten Belegabteilungen, doch dort könne kein so großes Behandlungsspektrum abgedeckt werden. Exner nennt als Beispiel: „Sie ziehen sich beim........
