Donaueschinger Musiktage spielen mit dem Feuer
Es riecht nach verbrannten Streichhölzern, wenn man die Alte Molkerei in Donaueschingen betritt. Der französische Klangkünstler Yann Leguay zeigt hier während der Donaueschinger Musiktage einige seiner Arbeiten. Und tatsächlich, vor einem Tisch mit kleinen Eisen-Kästchen und dicken Zahnrädern sitzen bereits Besucher, entzünden die Hölzchen und halten die Flammen in die Kästchen. Und tatsächlich fängt es nach einer Weile aus den daneben stehenden kleinen Holzboxen an zu klingen. Eine mehrstimmige Soundcollage pulsiert im Raum. Eine hübsche, interaktive Klangbastelei.
Allerdings wird der Klang in Leguays „L‘Allumette qui cache la fôret“ (deutsch etwa: „vor lauter Streichhölzern den Wald nicht sehen“) nicht durch das Feuer erzeugt. Die Flamme liefert lediglich die Energie, um die gespeicherten Klänge abrufen zu können. Insofern zeigt Leguay hier vor allem Energieerzeugungskunst. Um Klang und Klangformung geht es dabei weniger.
In seiner Performance zu nächtlicher Stunde im Schlosspark dreht Leguay die Reihenfolge dann um: Das Feuer dient nicht als Energiequelle für den Klang, sondern kommt erst später ins Spiel: drei Feuerschalen stehen vor drei großen Boxen, aus denen es dröhnt. Das lodernde Feuer davor soll den Klang filtern und formen. Eine gewisse Ratlosigkeit ist bei den Anwesenden allerdings spürbar: die von manchen vielleicht erhoffte Lagerfeuerromantik bleibt aus, die Interaktion zwischen Feuer und Drones hingegen will sich nicht recht erschließen. Aber schön laut war‘s.
Laut geht es in diesem Jahr auch in der Flucht der Orangerie zu, wo Miles Jefferson Friday luftballonartige Skulpturen über Lautsprecher gestülpt hat. Der Luftdruck aus den........
