menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ist Schlafmangel schlecht für die Augen? So erhöht er das Risiko für Augenkrankheiten

14 0
27.03.2026

Acht Stunden, sechs Stunden oder zweimal am Tag schlafen – um den perfekten Schlaf ranken sich viele Mythen. Dabei ist es kein Geheimnis, dass er wichtig für die Gesundheit ist. Laut dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist erholsamer Schlaf sogar essenziell für Körper und Psyche. Trotzdem leiden etwa 40 Prozent der Erwachsenen an Schlafstörungen, die langfristig negative Folgen für die Gesundheit haben können. Dem Körper fehlt dann nämlich eine Ruhepause, in der das Immunsystem gestärkt, zelluläre Reparaturprozesse angestoßen sowie die Eindrücke des Tages verarbeitet werden. Laut der Deutschen Herzstiftung werden im Schlaf außerdem Stoffwechselprozesse wie der Fett- und Zuckerstoffwechsel reguliert und auch der Blutdruck konstant gehalten.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Schlafmangel kann das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen – laut der Deutschen Herzstiftung betrifft das beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit oder das metabolische Syndrom. Daneben haben die Dauer und Qualität des Schlafs laut der Stiftung Auge auch einen Einfluss auf die Augengesundheit. So kann Schlafmangel das Risiko für bestimmte Erkrankungen der Augen erhöhen. Welche das sind, lesen Sie hier.

Schlaf und Augengesundheit: Welchen Einfluss hat Schlafmangel?

Wissenschaftliche Erkenntnisse haben der Stiftung Auge zufolge gezeigt, dass schlechter Schlaf mit der Sehleistung sowie altersbedingten Augenerkrankungen zusammenhängt. Dabei würden sich dauerhaft zu kurze oder stark gestörte Nächte besonders negativ auswirken. Doch warum ist das so?

Laut den Artemis Augenkliniken ist Schlaf für die Augenregeneration essenziell. In der Tiefschlafphase erreicht der Körper demnach einen Zustand tiefster Entspannung, während beschädigte Zellen repariert, Entzündungen reduziert und das Wachstum neuer Zellen gefördert werden. Diese Prozesse sind auch für die Erhaltung der Augengesundheit entscheidend. Sie helfen nämlich, leichte Schäden, die täglich durch Umweltfaktoren wie Sonnenlicht und UV-Strahlung oder ermüdende Bildschirmarbeit entstehen können, zu reparieren.

Auch der REM-Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für die Augengesundheit. Während dieser Schlafphase des intensiven Träumens erhöht sich den Artemis Augenkliniken zufolge die Blutzirkulation im gesamten Körper. In den Augen hilft die bessere Durchblutung beim Transport von Nährstoffen und beim Abtransport von Abfallstoffen – beides wichtige Prozesse für die Gesundheit des Sehorgans. Laut der Stiftung Auge sind die Augen während des REM-Schlafs außerdem besonders aktiv und bewegen sich beim Träumen meist ruckartig. Diese Bewegungen könnten ebenfalls helfen, Stoffwechselprodukte aus der Netzhaut abzutransportieren und so die Funktionsfähigkeit der lichtempfindlichen Zellen zu sichern.

Eine Studie aus China aus dem Jahr 2022 hat dem Wissenschaftsjournal Spektrum zufolge zudem herausgefunden, dass zu wenig Schlaf die Zusammensetzung des Tränenfilms auf den Augen durcheinanderbringen kann – eben weil der Transport und Abtransport von Nähr- und Abfallstoffen durch den Schlafmangel gestört wird. Der veränderte Molekülmix führte den Forschenden zufolge in der Tränenflüssigkeit zu einem Ungleichgewicht von potenziell schädigenden Sauerstoffverbindungen und von die Augenhornhaut schützenden Antioxidantien. Langfristig führte das in der Studie bei Mäusen zu einer Ausdünnung der Hornhaut, die wichtig für scharfes Sehen ist.

Heißt: Schlafmangel kann die Regeneration und Augenfunktion beeinträchtigen sowie das Auge sogar schädigen und so langfristig das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen erhöhen.

Schlafmangel: Für welche Augenkrankheiten erhöht er das Risiko?

Ein gestörter Schlafrhythmus kann sich laut der Stiftung Auge in vielerlei Hinsicht negativ auf die Gesundheit und speziell die Augengesundheit auswirken. So kann Schlafmangel beispielsweise den Glukosestoffwechsel stören und so das Risiko für eine Diabeteserkrankung erhöhen, die wiederum eine diabetische Retinopathie begünstigen kann. Bei dieser Augenkrankheit kommt es dem Patientenratgeber MSD Manual zufolge zu einer Schädigung der Netzhaut, die zu blinden Flecken und im weiteren Verlauf sogar zum Verlust des Sehvermögens führen kann.

Der Stiftung Auge zufolge haben bevölkerungsbasierte Analysen außerdem gezeigt, dass Schlafmangel insgesamt mit einem erhöhten Risiko für altersabhängige Augenerkrankungen wie dem Grauen Star oder dem Glaukom verbunden ist.

Grauer Star: Katarakte – das ist die medizinische Bezeichnung für grauen Star – sind laut MSD Manual weltweit die Hauptursache für Erblindungen und betreffen vorwiegend ältere Menschen. In der Regel kann die Linseneintrübung mit dem Einsetzen einer künstlichen Linse aber gut behandelt werden.

Glaukom: Bei einem Glaukom, das auch als grüner Star bezeichnet wird, steigt laut MSD Manual der Druck im Auge, wodurch der Sehnerv beschädigt wird. Auch hier kann es ohne Behandlung zu bleibenden Sehverlusten und zur Erblindung kommen. Spezielle Augentropfen können den Augeninnendruck aber senken.

Das Risiko, an diesen oder anderen Augenkrankheiten zu erkranken, ist der Stiftung Auge zufolge am geringsten, wenn Menschen regelmäßig rund sieben Stunden pro Nacht schlafen. Um die Zusammenhänge und mögliche Mechanismen genauer zu erklären, sei aber weitere Forschung zum Zusammenhang zwischen Schlafmangel und dem Risiko für Augenkrankheiten nötig.

Wichtig bei Schlafmangel: Wer oft nicht ausreichend schläft, und zudem bei sich trockene Augen, häufiges Reiben der Augen, Schmerzen oder Druckgefühl hinter den Augen, Doppelsehen oder Schwierigkeiten beim Fokussieren, Lichtempfindlichkeit sowie Zuckungen oder Krämpfe im Bereich der Augen feststellt, sollte womöglich einen Augenarzttermin vereinbaren. Diese Anzeichen könnten laut dem indischen Third Eye Hospital nämlich auf schwerwiegendere Probleme und die Entstehung möglicher Augenkrankheiten hindeuten.

Deborah Dillmann Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Schlafmangel Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Schlaf Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


© Südkurier