Blühende Botschaften zur Menschenwürde – Omas gegen Rechts bleiben in Konstanz standhaft
Nora Herzog weiß aus der eigenen Familiengeschichte, was es bedeutet, wegen seiner Herkunft verfolgt und entrechtet zu werden. „Meine Mutter war durch den Nationalsozialismus traumatisiert.“ Die Großmutter war Jüdin. Die Mutter musste vor dem Abitur die Schule verlassen und sich „wegducken“. Sie versuchte, nicht aufzufallen. Bis in die 1960er/70er-Jahre hatte sie den Eindruck, ihre Herkunft verbergen zu müssen. „Wir durften als Kinder nicht darüber sprechen.“
Jetzt erlebt Nora Herzog wieder, wie ein Gedankengut um sich greift, bei dem einzelnen Gruppen, etwa Menschen, die nicht aus Deutschland kommen, die Würde abgesprochen wird. Deshalb geht sie als Oma gegen Rechts auf die Straße: „Wir wollen zeigen, dass wir nicht einverstanden sind.“ Weiter sagt sie: „Wir betrachten es als Privileg, in einem Land geboren zu sein, in dem es Grundrechte und Grundwerte gibt. Wir sehen aber, dass sie von rechts außen zunehmend bedroht werden.“ Deshalb gelte es jetzt, das Grundgesetz zu feiern, eine Antwort auf die Diktatur des Dritten Reichs. Es beschere der Gesellschaft seit 77 Jahren Frieden, Freiheit und die Achtung der Menschenrechte.
An einem Stand auf der Marktstätte verteilen die Omas blühende Botschaften: Blumen, an denen ein Zettel hängt: „Demokratie lebt von uns allen.“ Auf einer Tafel fragen sie: „Was heißt Freiheit für Dich?“ Daniel Rihm ist begeistert: „Die Aktion ist großartig. Es braucht mehr davon.“ Oliver Patocki sagt ebenfalls: „Ich bin ein Fan des Grundgesetzes.“
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