Politik mit Pandas: München bekommt zwei Bären und Tokio muss seine wieder zurückgeben
„So was ist ja leider typisch für China“, sagt Mayumi Sato am Eingang des Ueno-Zoos und zuckt mit den Schultern. Ein bisschen traurig sei sie, sagt die 42-Jährige, aber kein bisschen überrascht. „Was ich mit typisch meine, ist, dass die Regierung in Peking einfach alles für ihre Vorhaben instrumentalisiert.“ Mal sei es Militärgerät, mal Verleumdung – und mal seien es Tiere. „Mir kann niemand erzählen, dass es hier nicht um Politik geht!“ Denn dann, so ist sich die Japanerin sicher, wären die Pandas noch in Tokio.
Mayumi Sato, die eigentlich anders heißt, ihren Namen aber nicht in politischen Zusammenhängen in der Zeitung lesen will, ist eine von unzähligen Personen in Japan, die dieser Tage ziemlich wehmütig sind. Denn gerade erst mussten die zwei im ganzen Land bekannten Pandas Xiao Xiao und Lei Lei Tokio verlassen und nach China umziehen. So will es die dortige Regierung, die mit dem Erzfeind seit Monaten im Streit ist. Ergebnis: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Japan nun pandalos.
Was man für eine belanglose Posse halten könnte, hat in Japan die Menschen bewegt. Am 25. Januar, dem letztmöglichen Besichtigungstag der Pandas im Zoo und zwei Tage vor deren Abtransport, durften sich 4400 Menschen, die in einer Verlosung gewonnen hatten, persönlich von den schwarz-weißen Bären verabschieden. Kinder winkten ihnen weinend hinterher, als die Tiere in einem Transporter davonfuhren. Gegenüber TV-Sendern betonen Eltern nun, wie sehr ihre Söhne und Töchter die Pandas vermissen.
Tokio ist damit, wenn man so will, das Gegenstück zu München. Dort tränenreicher Abschied, hier große Vorfreude – jedenfalls bei der bayerischen Staatsregierung. Spätestens 2028 sollen zwei Exemplare den Tierpark Hellabrunn noch attraktiver machen, für vorerst zehn Jahre. So lange läuft der Leihvertrag. Dazu muss man wissen: Pandas kommen natürlicherweise nur in China vor. Ins Ausland werden sie ausschließlich verliehen, weltweit sind es derzeit 51. Und der chinesische Staat hat über jedes einzelne Tier die Kontrolle.
„Wir werden sehr viele Kinder sehr glücklich machen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder bei der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Tierpark und China Ende Januar. „Das wird einen Zulauf geben über sehr lange Zeit, Pandas sind eine der höchsten Attraktionen“, ist sich Söder sicher. Das weiß auch die Staatsführung in Peking,........
