Schweizer Osterbräuche im Überblick: Unterschiede und Traditionen erklärt
In der Schweiz prägen regionale Bräuche, lokale Spiele und kulinarische Spezialitäten das Osterfest – von Kanton zu Kanton oft völlig unterschiedlich. Ob Eiertütschen, Zwänzgerle oder eindrucksvolle Karfreitagsprozessionen: Die Schweizer Osterbräuche sind vielfältig, lebendig und voller Besonderheiten. Ein Überblick über die spannendsten Traditionen und ihre Bedeutung.
Warum Osterbräuche in der Schweiz unterschiedlicher sind als in Deutschland
In der Schweiz gibt es insgesamt 26 Kantone sowie vier offizielle Landessprachen, und damit verbunden eine hohe kulturelle Vielfalt. Dementsprechend sind die verschiedenen Bräuche und Traditionen in der Schweiz sehr häufig viel regionaler ausgeprägt als in Deutschland. Das gilt auch rund um Ostern: Während die Osterfeiertage in Deutschland recht einheitlich ablaufen, hat sich zwischen Schaffhausen und dem Tessin eine enorme Vielfalt an regionalen und lokalen Osterbräuchen konserviert – je nach Kanton, Stadt oder sogar Dorf.Das bedeutet: Es gibt nicht das eine Schweizer Osterfest, sondern viele regionale Varianten mit eigenen Bräuchen.
Eiertütschen: Der Schweizer Oster-Klassiker mit Wettkampfcharakter
Das Aneinanderschlagen von Eiern zu Ostern kennt man zwar auch in Teilen Deutschlands und in anderen Ländern, in der Schweiz ist das Eiertütschen jedoch zu Ostern eine Art Volkssport. Und gehört somit zu den bekanntesten Schweizer Osterbräuchen.So geht es: Zwei Personen schlagen hartgekochte, meist bunt gefärbte Eier gegeneinander. Ziel ist es, die Schale des gegnerischen Eis zu zerbrechen, ohne dass das eigene beschädigt wird. Gespielt wird zuerst „Spitz gegen Spitz“, also mit den schmalen Enden. Bleiben beide Eier heil oder gehen beide kaputt, folgt „Füdli gegen Füdli“ – wobei „Füdli“ im Schweizerdeutschen scherzhaft den Po bezeichnet und hier die runden Enden der Eier gemeint sind. Wer gewinnt, darf je nach Tradition das Ei des Gegners behalten.Die symbolische Bedeutung dieses Osterbrauchs: Das Aufbrechen der Eierschale beim Eiertütschen steht für die Auferstehung Jesu und das Öffnen des Felsengrabes.Eiertütschen als Event: Neben dem familiären Spiel am Osterfrühstück gibt es öffentliche Anlässe, etwa die „Eiertütschete“ in Bern auf dem Kornhausplatz.Tipps für das Nachspielen:Kleinere Eier sind oft stabiler.Ein leicht seitlicher Schlag erhöht die Chancen.Ein fester Griff sorgt für zusätzliche Stabilität.
Zwänzgerle in Zürich: Münzwurf auf Ostereier
Das Zwänzgerle ist ein traditioneller Osterbrauch, der jedes Jahr am Ostermontag in der Züricher Altstadt stattfindet. Im Mittelpunkt steht ein einfaches, aber spannendes Spiel: Kinder halten hartgekochte, bunt bemalte Ostereier hin, während Erwachsene versuchen, ein 20-Rappen-Stück – das sogenannte „Zwänzgerli“ – so auf das Ei zu werfen, dass die Münze in der Schale stecken bleibt. In den meisten Fällen gelingt das nicht: Die Münze prallt ab oder fällt zu Boden, und das Kind darf sowohl das Ei als auch das Geld behalten. Bleibt die Münze jedoch im Ei stecken, gehören Ei und Münze dem Werfer – was als echte Seltenheit gilt.Zeit und Ort: Das Zwänzgerle beginnt traditionell am Vormittag und spielt sich vor allem an........
