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Die AfD gibt den Ostdeutschen Stolz und Macht

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09.09.2026

Der Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist ein tiefer Einschnitt in der politischen Kultur dieses Landes. Dass er in Ostdeutschland geschieht, ist keine Überraschung. Als Ostdeutscher muss man sich seit dem Wahlabend erklären. Wieder einmal. Warum machen die Menschen da drüben unsere schöne Bundesrepublik kaputt? Warum rennen sie der radikalen Rechten hinterher? Warum haben sie so viel Wut in sich? Das Suchen nach Erklärungen fällt nicht leicht, ist schmerzhaft und manche Ergebnisse sperren sich gegen die Gesetze der Logik, aber es nützt auch nichts, den Fragen auszuweichen. Also versuchen wir Seelenschau und politische Analyse des Landesteils, der dem anderen fremd geblieben ist, seit einigen Jahren noch fremder wird.

Der bekannte Theaterregisseur Frank Castorf nannte die AfD „die Rache des Ostens“. Wer Rachegefühle stillen will, den treiben Wut und Zorn, aber unter diesen Gefühlen liegt etwas anderes. Kränkung und Verletzung. Das ist jetzt der Weg zurück in die Kindheit des wiedervereinigten Deutschlands. Auf die Revolution von 1989 folgte die Depression, wie immer in der Geschichte. Im Wendeherbst schien die gerechte Gesellschaft greifbar, die emotional eine Mischung war aus Westpaket und Sozialismus mit menschlichem Antlitz.

Der Grundton im Osten ist seit den 90er-Jahren Moll

Ein Jahr später begann das Jahrzehnt der Demütigung: Abwicklung der........

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