Was geschieht nach dem Tod mit meinem Herz und meinen Nieren?
Wird bald jeder nach seinem Tod automatisch zum Organspender, der dem zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat? Darüber wird wohl noch in diesem Jahr der Bundestag abstimmen. Denn eine interfraktionelle Parlamentariergruppe will die bestehende Regelung kippen, wonach einem Menschen nach festgestelltem Hirntod die Organe nur dann entnommen werden dürfen, wenn dieser zu Lebzeiten seine ausdrückliche Zustimmung dokumentiert hat. Liegt diese nicht vor, werden bislang die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt.
Zu wenige Spenden, zu viele verzweifelte Patienten
Kritiker machen das geltende Verfahren, die sogenannte Zustimmungslösung, dafür verantwortlich, dass es seit Jahren deutlich weniger Organspender gibt als Patienten, die auf ein überlebenswichtiges Spenderorgan warten. Die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar sagte unserer Redaktion: „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen.“ Sie gehört mit Gitta Connemann (CDU), Armin Grau (Grüne), Peter Aumer (CSU) und Julia-Christina Stange (Linkspartei) zu den Initiatoren eines Gruppenantrags, der die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung vorsieht. Knapp 250 Abgeordnete haben das Papier........
