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Alles Banane oder was? Warum wir Ostdeutschen einfach immer falsch wählen

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22.03.2026

In dem Dorf, in dem ich aufwuchs, gab es einen Konsum und eine Filiale der HO (Handelsorganisation), einschließlich eines sogenannten „Obst und Gemüse“-Geschäfts. Dort wurde das angeboten, was es gerade noch so in den Thüringer Wald geschafft hatte, nachdem die Hauptstadt, die Bezirksstädte und alle Menschen mit den richtigen Beziehungen versorgt waren. 

Im „Obst und Gemüse“-Laden standen zwischen Kohlköpfen, Kartoffeln und ein paar Karotten zwei Dederon-beschürzte Frauen, die in der Hauptsache damit beschäftigt waren, ihrer Kundschaft mitzuteilen, dass die Kuba-Orangen, die natürlich niemals orange waren, schon wieder aus seien, aber man gerne erneut im nächsten Quartal vorbeischauen könne.

Ein-, zweimal im Jahr schafften es sogar Bananen ins Dorf. So jedenfalls ging die Legende. Ich selbst wohnte diesen historischen Ereignissen leider nie bei, sondern erfuhr davon nur nachträglich durch atemlos vorgetragene Zeitzeugenberichte. 

Umso fester fügte sich die Bananenfrucht in die gar fantastische Projektion, die ich mir vom Leben im Glitzerwesten gefertigt hatte, und die ich, so gut es eben ging, in die real existierende Mangelgesellschaft übersetzte. Ich trug selbstgemalte Bayern-München-Anstecker, tauschte zerknitterte Bravo-Ausschnitte ("Nena" gegen "Scorpions") und labte mich im Intershop am kapitalistischen Verwöhnaroma.

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